CEO von Nvidia: „Das sind unsere Wettbewerbsvorteile“

Motley Fool beitragende Investmentanalysten

NVIDIA (WKN:918422) hat Anfang des Monats ein stabiles Q3 vorgelegt. Der Spezialist für Grafik-Chips hat ein Plus beim Umsatz von 32 %, GAAP-Einnahmen pro Aktie von 60 % und Einnahmen pro Aktie von 41 % berichten können.

Bei der Konferenz kam man auf die Konkurrenzsituation zu sprechen. Denn auch andere Unternehmen haben Ansätze für Künstliche Intelligenz gefunden oder sind dabei, diese auszuprobieren. Damit soll das Deep-Learning-Prinzip von Nvidias Grafikprozessoren gespiegelt werden. Auch wurden Infos bekannt, dass Intel sich den ehemaligen Grafik-Chef von AMD geschnappt hat. Ein sicheres Zeichen, dass man sich bald auf Nvidias Feld ausbreiten wird. Intel will einen Teil vom Kuchen haben und sich dem KI-Bereich widmen, der Nvidia nach vorne gebracht hat. Der Umsatz stieg im in den vergangenen Quartalen im Vergleich zum Vorjahr dreistellig.

CEO Jensen Huang beschrieb die Wettbewerbsvorteile folgendermaßen:

1 Vertrauen auf eine Chip-Bauweise

Aus Huangs Kommentaren:

Die Tatsache, dass wir uns ganz und gar auf diese eine Chip-Bauweise (CUDA) konzentrieren, erlaubt es jedem, uns zu vertrauen und zu wissen, dass wir sie so lange unterstützen werden, wie wir am Leben sind. … Wenn Sie vier oder fünf verschiedene Chip-Bauweisen zu unterstützen haben und Sie Kunden bitten, diejenige auszuwählen, die ihnen am besten gefällt, sagen Sie doch eigentlich damit, dass Sie sich selber nicht sicher sind, welche die beste ist. Und wir alle wissen, dass niemand in der Lage sein wird, dauerhaft fünf Chip-Bauweisen für immer zu unterstützen.

Huang weiter dazu:

Und das ist der Grund, warum Nvidia ein Unternehmen mit 11.000 Mitarbeitern sein könnte, das auf einem Niveau operiert, das 10 mal so hoch ist. Wir haben eine einzigartige Chip-Bauweise, die im Laufe der Zeit Vorteile bringt, anstatt drei, vier, fünf verschiedene Chip-Architekturen, bei denen die Software-Organisation in verschiedene kleine Massenteile zerlegt wird.

CUDA ist Nvidias parallele Computerplattform und Anwendungsprogrammierschnittstelle. Dank CUDA können Nvidias Grafikprozessoren für die allgemeine Verarbeitung verwendet werden.

Die Vorteile, die Huang aus der Tatsache, dass Nvidia nur über eine einzige Architektur verfügt, sind sinnvoll. Die Kehrseite der Tatsache, dass Nvidia alles auf eine Karte setzt, ist natürlich, dass Nvidia in große Schwierigkeiten geraten würde, wenn seine einzige Architektur aus irgendeinem Grund nicht ankommt. Derzeit sieht es aber so aus, als ginge es zumindest mittelfristig für Nvidias CUDA-fähige Grafikprozessoren in der KI und im High-Performance-Computing klar voran.

2 Sieben Jahre Vorsprung im GPU-basierten Ansatz für Deep Learning

Huang glaubt, dass der sieben Jahre starke Vorsprung von NVIDIA im Bereich des Deep Learnings – eine Kategorie von künstlicher Intelligenz, die im Wesentlichen eine Maschine trainiert, um so zu denken, wie wir Menschen es tun – ein bedeutender Wettbewerbsvorteil ist. Seine folgende Bemerkung ist eine Antwort auf eine Frage zu Intels erwartetem Einstieg in das GPU-Geschäft:

Nvidias CUDA-fähige Grafikprozessoren sind die komplexesten Prozessoren, die auf der Welt gebaut werden. Und das ist der Grund, warum IBM unsere Prozessoren für die größten Supercomputer der Welt einsetzt. Das ist der Grund, warum jeder große Cloud-Provider und jeder große Serverhersteller der Welt Nvidia-Grafikprozessoren einsetzt. … Die Menge an Software-Engineering, die darüber hinausgeht, ist ebenfalls bedeutend. Wenn man sich also die Art und Weise anschaut, wie wir die Dinge angehen, dann planen wir eine Roadmap, die ungefähr fünf Jahre beschreibt. Es dauert etwa drei Jahre, um eine neue Generation aufzubauen. …. Und dazu kommen noch etwa 5.000 Ingenieure, die an Systemsoftware und mehr arbeiten, um diese Computing-Architektur für alle Menschen, denen wir dienen, nutzbar zu machen. … Und das ist der Grund, warum wir Anwendungen um den Faktor 100 beschleunigen können. Man schafft das nicht einfach mit ein paar neuen Widgets und Transistoren.

Intel hat allerdings viel Geld und einen Experten mit viel Erfahrung von AMD geholt, NVIDIAs Erzrivalen. Aber ich stimme Huang zu, dass der große Vorsprung von Nvidia einen starken Wettbewerbsvorteil bedeutet.

Der oben im Zitat kursiv gedruckte Satz bezieht sich auf den neuesten Grafikprozessor von Nvidia namens Volta, die Anfang des Jahres veröffentlicht wurde. Dieser ist 100-mal schneller als Kepler, der Grafikprozessor von vor vier Jahren, so das Unternehmen. Huang hat zuvor gesagt, dass Kepler bereits 10-mal schneller war als CPUs.

Letztlich hat NVIDIA noch einen weiteren wichtigen Wettbewerbsvorteil, der erwähnenswert ist: Es wird von einem Gründer-CEO geführt. Erfolg für einen Gründer ist mehr als nur Geld, daher ist es nicht verwunderlich, dass eine wachsende Zahl von Studien zeigt, dass gründergeführte Unternehmen an der Börse besser abschneiden.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Nvidia und empfiehlt Aktien von Nvidia und Intel.

Dieser Artikel von Beth McKenna erschien am 26.11.17 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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