Celonis steigt nach Milliardenrunde zum Zehnfach-Einhorn auf

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Celonis-Gründer und CEO Alexander Rinke.
Celonis-Gründer und CEO Alexander Rinke.

Celonis hat sich über eine Series-D-Runde insgesamt 820 Millionen Euro (eine Milliarde Dollar) frisches Kapital beschafft. Die Bewertung taxiert das Münchner Software-Unternehmen auf umgerechnet neun Milliarden Euro (elf Milliarden Dollar). Damit steigt die 2011 von Alexander Rinke, Bastian Nominacher und Martin Klenk gegründete Firma zum Decacorn auf. Das sind Startups, die es außerbörslich auf eine Bewertung von mehr als zehn Milliarden Dollar bringen.

Angeführt wird die Runde von den US-Investoren Durable Capital Partners und T. Rowe Price Associates. Zusätzlich beteiligen sich Franklin Templeton und Splunk Ventures, die ebenfalls aus den Vereinigten Staaten stammen. Auch bestehende Investoren geben erneut Geld. Insgesamt hat Celonis jetzt rund 1,2 Milliarden Euro eingesammelt. In den ersten drei Finanzierungsrunden zwischen 2016 und 2019 kamen etwas mehr als 300 Millionen Euro zusammen. Mehr als 1.300 Beschäftigte sind inzwischen bei dem Prozess-Optimierer angestellt.

Mit der Software von Celonis können Unternehmen ihre Abläufe analysieren. So lässt sich zum Beispiel erkennen, ob es Probleme in der Lieferkette gibt. „Lange Zeit haben Unternehmen ihre Produktivität erhöht, in dem sie Arbeitskräfte in billigere Länder ausgelagert haben“, sagte Rinke einst im Gespräch mit Gründerszene. Das funktioniere heute nicht mehr. Deswegen würden die Unternehmen auf die Software von Celonis zurückgreifen. Rund 2.000 sollen es bereits sein. Zu den Kunden gehören Konzerne wie Lufthansa, Bosch, Shell und die Deutsche Telekom.

2018 setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits mehr als 50 Millionen Euro (60 Millionen Dollar) um, 2019 soll der Umsatz im dreistelligen Millionenbereich gelegen haben. Mit dem frischen Kapital will Celonis seinen Kundenkreis nun weiter ausbauen, auch um höhere Profite zu erzielen. Dabei soll auch ein neuer Manager helfen. Das Unternehmen gab im Zuge der neuen Finanzierung bekannt, den ehemaligen Wall-Street-Analysten und Google-Manager Carlos Kirjner als Finanzvorstand engagiert zu haben.