Celgene ist (zu) günstig – wird die Biotech-Firma selbst zum Übernahmeziel?

Michel Doepke
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Dividendenperle Novartis mit überzeugenden Studiendaten bei Krebsimmuntherapie

Die Aktie von Celgene präsentiert sich weiter von seiner schwachen Seite. Seit Oktober 2017 hat das Papier rund 38 Prozent an Wert eingebüßt. Nach vielen Negativ-Meldungen wie den Studien-Flop bei Mongersen, der gekappten Prognose und der Rückschlag im Zulassungsprozess für Ozanimod sollte die Talsohle nun erreicht sein. Zumal Celgene mittlerweile mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 11 für 2018 mehr als attraktiv bewertet ist. Ein Analyst von RBC Capital bringt sogar Celgene als Übernahmekandidaten ins Spiel.

Experte Brian Abrahams betont, dass 131 Dollar je Aktie für eine Übernahme oder private Transaktion möglich seien. Für ihn ist Celgene unterbewertet im Peer-Group-Vergleich. Abrahams macht in der Tat eine interessante Rechnung auf: Käme eine Transaktion zu 131 Dollar zustande, müsste ein potenzieller Käufer 98,5 Milliarden Dollar auf den Tisch legen. Klingt viel. Doch Celgene hat auch einiges zu bieten.

Dazu zählen zum Beispiel die übernommenen Gesellschaften Impact Biomedicines (Deal bis zu sieben Milliarden Dollar schwer) und Juno Therapeutics (Akquisition für neun Milliarden Dollar). Darüber hinaus erhält ein möglicher Käufer den Zugriff auf extrem vielversprechende Projekte aus Kooperationen. Dazu zählt unter anderem eine der spannendsten und vielversprechendsten Krebsimmuntherapien namens bb2121, welches mit Bluebird Bio zur Marktreife geführt wird. Nicht zu vergessen: Das unfassbare Potenzial in China, welches mit dem Partner BeiGene in Zukunft erschlossen werden soll.

Allein diese vier Puzzlestücke sind für den AKTIONÄR gut 30 Milliarden Dollar wert. Hinzu kommt das ohnehin wachstumsstarke Celgene-Portfolio. Das Krebsmittel Revlimid soll in diesem Jahr 9,43 Milliarden Dollar in die Kasse spülen, 2021 rechnen die bei Bloomberg befragten Analysten mit Erlösen jenseits der 13 Milliarden Dollar. On top gibt es die Blockbuster Otezla, Pomalyst und Abraxane, die zusammen im laufenden Jahr knapp 4,5 Milliarden Dollar erlösen sollen. Von der Vielzahl an anderen zugelassenen Medikamenten ganz zu schweigen und der enorm breiten Pipeline. Lediglich die vier Blockbuster könnten Celgene in diesem Jahr etwa 14 Milliarden Dollar bescheren.

Günstiges Gesamtpaket

Selten gab es einen wachstumsstarken Biotech-Wert wie Celgene so günstig. Auch wenn der Chart nicht gerade zum Einstieg lockt. Langfristig verfügt die Aktie von dem Kursniveau aus – egal ob mit oder Übernahme wie beim "Gedankenspiel" von Abrahams – kräftiges Aufwärtspotenzial. Die Aktie ist ein klarer Kauf.