Wenn Celgene dieses Biotech kauft, sollten die Investoren haushoch gewinnen

Motley Fool Investmentanalyst
Pillen, Biotech, Pharma

Celgene (WKN:881244) hat kürzlich schwere Zeiten durchlebt – zumindest die Aktie des Unternehmens. Anfang Oktober konnte die Biotech-Aktie im bisherigen Jahresverlauf um 25 % zulegen. Zum Monatsende war die Aktie wieder um 10 % gefallen.

Der große Einbruch resultierte aus einigen negativen Entwicklungen. Zuerst verkündete Celgene enttäuschende Resultate einer Studie im Spätstadium von GED-0301, die Morbus Crohn behandelte. Zum anderen verfehlte das Unternehmen im dritten Quartal die Umsatzerwartungen und senkte seine Prognose für das Gesamtjahr 2017 sowie die langfristigen Aussichten.

All diese schlechten Nachrichten lassen die Frage aufkommen, ob Celgene ein Biotech kaufen sollte, um seine Aussichten zu verbessern. Ich denke, die Antwort ist definitiv “ja”. Wenn Celgene das richtige Biotech kauft, glaube ich, dass die Investoren haushoch gewinnen könnten.

Die Auswahlkriterien

Welches Biotech soll Celgene kaufen? An erster Stelle der Liste stehen mehrere Auswahlkriterien. Am wichtigsten ist, dass das Zielunternehmen über eine vielversprechende Pipeline verfügt – vorzugsweise mit einem oder mehreren Pipeline-Kandidaten im Spätstadium, die Blockbuster-Potenzial haben. Im Idealfall konzentriert sich das Biotech entweder auf Autoimmunerkrankungen, Hämatologie oder Onkologie.

Allerdings wäre es für Celgene sicherlich hilfreich, ein Unternehmen zu kaufen, das bereits mindestens ein Medikament auf dem Markt hat. Celgene selbst hat nämlich gerade erst feststellen müssen, dass es keine Erfolgsgarantie gibt. Ein Unternehmen zu kaufen, das bereits finanziell stabil ist, wäre ein schönes Plus.

Celgene braucht einen Deal, der eine solide Rendite liefert. Biotechs mit starken Pipelines und vielleicht einem oder mehreren bestehenden Produkten, die erfolgreich sind, könnten die Rendite bringen, doch Celgene muss sich das Biotech leisten können, und es sollte nicht zuviel bezahlen. Der ideale Anwärter sollte zumindest preislich attraktiv — oder, sogar noch besser, günstig zu haben sein.

Potenzielle Kandidaten

Es gibt nicht allzu viele Biotechs, die über vielversprechende Pipelines und erfolgreiche Medikamente verfügen sowie preislich angemessen sind. Exelixis (WKN:936718) erfüllt mindestens eines der Auswahlkriterien. Cabometyx ist bereits als Zweitlinientherapie beim Nierenzellkarzinom (RCC) erfolgreich. Das Unternehmen hofft, bald die Zulassung für die Erstlinientherapie für RCC zu erhalten. Außerdem plant Exelixis, Cabometyx Anfang 2018 für die Zulassung zur Behandlung des Leberzellkarzinoms (HCC) zu beantragen.

Exelixis hat allerdings keine besonders breite Pipeline. Mit Ausnahme von zwei Studien, die Cabometyx bei RCC und HCC untersuchen, sponsert Exelixis keine weiteren klinischen Studien allein. Um fair zu sein: Bristol-Myers Squibb untersucht Cabometyx in Kombination mit seinen Immuntherapien, und das Cancer Therapy Evaluation Program des National Cancer Institute unterstützt eine ganze Reihe von weiteren Studien. Weiters unterhält Roche Studien mit dem MEK-Inhibitor Cotellic von Exelixis. Die Exelixis-Aktie wird mit dem 39-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Das ist sicherlich kein Schnäppchenpreis.

Celgene konnte innerhalb seines Partnernetzwerkes suchen. bluebird bio (WKN:A1W025) hat beispielsweise mit Lenti-D und LentiGlobin ein paar Kandidaten im Spätstadium. Celgene gefielen die Aussichten für die Phase 1/2 CAR-T-T-Therapie bb2121 so sehr, dass es das Medikament lizenziert hat. Bluebird hat jedoch noch kein Produkt auf dem Markt. Auch mit einer Marktkapitalisierung von ungefähr 6,4 Milliarden US-Dollar und Null Umsatz ist eine Menge von Bluebirds’ Potenzial bereits in dessen Kurs eingepreist.

Wenn Celgene bereit wäre, außerhalb seiner therapeutischen Kernbereiche zu suchen, könnte BioMarin (WKN:924801) eine gute Wahl sein. Das Biotech hat bereits Medikamente gegen sechs seltene Krankheiten auf dem Markt und wartet auf die Zulassung eines weiteren Medikaments. BioMarin hat auch einen Spätstadium-Anwärter sowie ein Medikament, das kurz vor den Phase-3-Studien steht. Die Aktie ist jedoch kostspielig und Celgene würde dafür weitere Schulden machen müssen.

Der Gewinner

Es gibt aber noch ein anderes Biotech, das alle Kriterien erfüllt. Dieses Unternehmen hat bereits mehrere erfolgreiche Medikamente auf dem Markt. Es nennt eine robuste Pipeline mit mehreren potenziellen Blockbuster-Kandidaten sein Eigen. Zudem ist die Aktie gerade ein Schnäppchen und wird aktuell mit weniger als dem 11,5-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Welch fantastisches Biotech könnte das denn sein? Es ist Celgene.

Das Unternehmen sollte von dem Panikverkauf im Oktober profitieren und zuschlagen. Ich kann mir keinen besseren Nutzen für Celgenes liquide Mittel in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar vorstellen. Offen gesagt – es gibt keinen besseren Deal auf dem Markt. Vorstandsvorsitzender und ehemaliger CEO Bob Hugin sagte während Celgenes Telefonkonferenz zum dritten Quartal, dass Celgene eine “unglaublich glänzende Zukunft” mit einer “breiten Pipeline und hohem Umsatz und Gewinnwachstum” habe. Er hat recht.

Trotz des Rückschlags mit GED-0301 verfügt Celgenes Pipeline immer noch über mehrere Kandidaten, die große Gewinner werden könnten. Ganz oben auf der Liste stehen Ozanimod und Luspatercept. Revlimid, Pomalyst und Otezla, zusammen mit den Pipeline-Kandidaten im Spätstadium, dürften in den nächsten Jahren ein Gewinnwachstum von annähernd 20 % erzielen.

Es würde mir nichts ausmachen, wenn Celgene eines der erwähnten Unternehmen kaufen würde. Aber keines davon ist so werthaltig wie Celgene selbst. Wenn Celgene die eigenen Aktien zurückkauft, bin ich davon überzeugt, dass die Aktionäre gewinnen werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt bluebird bio, Celgene und Exelixis. The Motley Fool empfiehlt BioMarin Pharmaceutical.

Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 31.10.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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