CDU-Vizechefin Klöckner: Keine Einigung auf Jamaika 'um jeden Preis'

dpa-AFX

MAINZ (dpa-AFX) - Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hält eine Jamaika-Koalition nach der ersten Sondierungsrunde von Union, FDP und Grünen noch nicht automatisch für sicher. "Nichts ist unmöglich, deshalb ist es auch noch möglich, dass es nicht klappt", sagte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin der Deutschen Presse-Agentur. "Man muss wirklich mit dem Wunsch des Gelingens reingehen, eine Einigung um jeden Preis wird es aber nicht geben." An diesem Dienstag kommen die Jamaika-Unterhändler wieder zusammen. Dann geht es um die Themen Steuern und Finanzen sowie Europa.

Die CDU-Vizechefin hält es für möglich, dass die Gespräche - wenn es zu Koalitionsverhandlungen kommt - bis zu einem für das dritte Dezember-Wochenende angedachten CDU-Bundesparteitag beendet sein könnten. "Ich kann mir vorstellen, dass es klappen kann, bis Mitte Dezember fertig zu sein", sagte Klöckner. "Wenn man will und sich anstrengt, kriegt man das hin.

Dennoch: Wenn es Inhalt und Verhandlungstiefe dann noch nicht hergeben, müsse der Grundsatz "Gründlichkeit vor Schnelligkeit" gelten." Sie betonte allerdings: "Aber wir haben auch nicht vor zu bummeln."

Die vier Parteien CDU, CSU, FDP und Grüne hatten sich am Freitag in Berlin zum ersten Mal in großer Runde zusammengesetzt, um Gemeinsamkeiten auszuloten und Zukunftsthemen abzustecken. Die CDU-Vizechefin zog eine grundsätzlich positive Bilanz des Treffens. Sie sprach von einer "wohltuenden Ernsthaftigkeit" an dem Interesse, dass ein Bündnis gelingen kann. "Ich fand die Stimmung sehr verbindlich, ohne aber überschwänglich zu sein", sagte Klöckner.