CDU-Politiker Günther zum neuen Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins gewählt

Knapp sechs Wochen vor der Bundestagswahl mehren sich in der Union die Stimmen für eine Jamaika-Koalition mit FDP und Grünen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther (CDU) sagte der "Rheinischen Post", die Zeiten der Blockbildungen seien vorbei

Siebeneinhalb Wochen nach der Landtagswahl in Schleswig-Holstein ist CDU-Landeschef Daniel Günther zum neuen Ministerpräsidenten gewählt worden. 42 von 73 Abgeordneten im Kieler Landtag stimmten am Mittwoch für den 43-Jährigen. Günther wird künftig an der Spitze einer Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP regieren.

Bei der geheimen Wahl erhielt Günther zwei Stimmen weniger, als die drei Parteien über Mandate verfügen. Zur Wahl hätten ihm aber auch 37 Stimmen gereicht. Für den Nachmittag ist die Vereidigung der Minister der neuen Regierung geplant. Am Donnerstag soll Günther dann im Kieler Landtag ausführlich sein politisches Programm vorstellen.

Die Spitzen der drei Parteien in Kiel hatten sich Mitte Juni nach dreiwöchigen Verhandlungen auf eine Koalition verständigt. Bei der Landtagswahl Anfang Mai war die bisherige Landesregierung aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW) unter Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) abgewählt worden.

Das Jamaika-Bündnis in Schleswig-Holstein ist das derzeit einzige in einem deutschen Bundesland und erst der zweite Versuch mit diesem Modell überhaupt. 2012 war im Saarland eine Jamaika-Koalition nach rund zwei Jahren vorzeitig zerbrochen.