CDU-Generalsekretär beleidigt Minijobber

Ein Tweet Peter Taubers sorgt derzeit für Empörung. Der CDU-Generalsekretär äußerte sich zum Thema Mini-Jobs und erntete harsche Kritik. Auch die SPD reagierte unverzüglich und warf Tauber Respektlosigkeit vor.


CDU-Generalsekretär Peter Tauber hat mit einer als respektlos empfundenen Bemerkung über Minijobber empörte Reaktionen ausgelöst. Via Twitter teilte er am Montagabend als Werbung für das neue CDU-Wahlprogramm und in Abgrenzung von der SPD mit: „Vollbeschäftigung“ ist besser als „Gerechtigkeit“. Auf die Nachfrage eines Twitter-Nutzers („heißt das jetzt 3 Minijobs für mich?“) erwiderte Tauber: „Wenn Sie was Ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs.“


Nachdem die negativen Kommentare zunahmen, blieb Tauber zunächst bei seiner Position und legte noch einmal nach: „Fakt ist doch: Nur mit einer guten Ausbildung verdient man genug, damit man nicht drei Mini-Jobs braucht, um über die Runden zu kommen.“ Erneut ließen die Antworten nicht auf sich warten - auch von Internetnutzern, die darauf hinwiesen, dass sie trotz guter Ausbildung aus unterschiedlichen Gründen Probleme hätten, eine reguläre Arbeitsstelle zu finden.

Eine Steilvorlage für SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, der selbst kein Abitur besitzt und das Thema direkt in einem Facebook-Post aufgreift. Als er damals von der Schule gegangen sei, hätten ihm nicht die „Typen mit den coolen Sprüchen geholfen, sondern diejenigen, die an mich geglaubt haben“.


Bis zum Dienstagmorgen gab es deutlich über 1.000 oft sehr kritische Antworten auf den Tauber-Tweet - beispielsweise: „Es gibt Leute, die ohne „Ausbildung“ gute Arbeit finden und behalten. Und was „Ordentliches“ schützt nicht vor Minijobs.“ Tauber entgegnete: „Nein leider nicht. Aber ohne Ausbildung geht es gar nicht oder?“ Der CDU-Generalsekretär versuchte angesichts der teilweise harschen Vorwürfe zu beschwichtigen: „Mini-Jobs sind an sich gut, aber nicht wenn man drei machen muss. Da haben sie recht. Das darf nicht Ziel sein und das wollte ich sagen.“


Reaktionen weiterer Politiker ließen nicht lange auf sich warten: „Die pöbelnde Arroganz von Peter Tauber zeigt: der CDU fehlt der Respekt vor Geringverdienern. Wir wollen Vollbeschäftigung in guter Arbeit!“, schrieb SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann kritisierte: „Und wer keinen Anstand gelernt hat, wird CDU-Generalsekretär.“ Die CDU hat Vollbeschäftigung bis 2015 in ihr Wahlprogramm 2017 aufgenommen.