Erster Castor-Transport auf einem Fluss hat begonnen

Die Schubboote «Ronja» (hinten) und «Edda» legen in Obrigheim mit einem mit drei Castoren beladenen Transportschiff (Mitte) von der Anlegestelle am Atomkraftwerk ab. Foto: Uwe Anspach

Der umstrittene erste Transport von Atommüll auf einem Fluss in Deutschland hat unter erhöhtem Polizeischutz begonnen. Am Morgen legte am stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim in Baden-Württemberg ein Spezialschiff mit drei Castoren ab, wie der Energieversorger EnBW mitteilte.

Die Behälter mit verbrauchten Brennelementen sind für ein Zwischenlager in Neckarwestheim bestimmt. Gegner haben Proteste angekündigt. EnBW plant insgesamt fünf Fahrten mit je drei Castoren von Obrigheim. Damit bringt das Unternehmen insgesamt 342 ausgediente Brennelemente ins rund 50 Kilometer entfernte Neckarwestheim.

In den Castoren befindet sich unter anderem Plutonium. Ein Behälter wiegt in beladenem Zustand 107 Tonnen. Sie sollen ins 50 Kilometer entfernte Zwischenlager in Neckarwestheim bei Heilbronn gebracht werden.

Atomkraftgegner haben umfangreiche Proteste angekündigt. Sie fürchten, dass ein Unfall verheerende Folgen nicht nur für die Region haben könnte. «Es gäbe eine Verseuchung von hier bis zum Meer», sagte Herberth Würth vom Aktionsbündnis «Neckar castorfrei». Auch das Zwischenlager in Neckarwestheim halten die Gegner für unsicher. Aktivisten hatten am Montag in Gundelsheim (Kreis Heilbronn) friedlich protestiert.

Der Betreiber EnBW hält die Beförderung per Schiff für eine sichere Lösung. Er argumentiert, der Transport des Atommülls nach Neckarwestheim mache den Bau eines Zwischenlagers in Obrigheim überflüssig. Das Unternehmen plant in den nächsten Wochen insgesamt fünf Transporte mit je drei Castoren. Das Schiff war nach fast zehnstündiger Fahrt von Neckarwestheim am Montag in Obrigheim angekommen.

Aktuelle Informationen des Betreibers EnBW