"Cartoon Xira": Die besten Karikaturen und Cartoons

Oscar Grillo ist Ehrengast der diesjährigen 19. Cartoon Xira in Portugal. Der gebürtige Argentinier mit portugiesischen Wurzeln lebt seit 1971 in London.

Der fast 75-Jährige zeigt zum ersten Mal seine Zeichnungen in einer in Ausstellung in Portugal. “Desenhos desordenado” heißt die Retrospektive, also durcheinander gewürfelte Karikaturen. Sie ist dennoch ganz brav chronologisch sortiert, von den allerersten Zeichnungen als Teenager 1960 bis 2017.

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Oscar Grillo: “Ich habe einen großen Fehler begangen, Antonio hat hier gnadenlos Sachen ausgewählt, die ich besser verbrannt hätte. Ich habe es nicht getan, weil ich dachte, dass ich sie noch als Schmierpapier verwenden könnte. Und deswegen sind sie heute hier.”

Grillo zeichnet vor allem mit chinesischer Tinte, hier und da ein Pinselstrich. Und versetzt uns in eine verspielte Welt voller Tango und Fantasie, oft ironisch und kritisch, manchmal naiv, auch nachdenklich.

Der Kurator der Schau, António Antunes, unterstreicht die große künstlerische Qualität seines umfangreichen Schaffens. “Ich hatte die Qual der Wahl. Es sind Tausende Zeichnungen – es war schwer, daraus einhundert auszuwählen. Ich habe versucht, seinen Werdegang aufzuzeigen von der Jugend bis heute mit allen Entwicklungen, Einflüssen und Phasen. Ein wirklich reiches und vielfältiges Werk, das diese Ausstellung widerspiegelt.”

Der zweite Abschnitt der Ausstellung wirft den Blick zurück auf das Jahr 2017 aus der Perspektive portugiesischer Karikaturisten betrachtet. Zwölf anerkannte portugiesische Zeichner sind vertreten US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un waren ganz offensichtlich eine ergiebige Inspirationsquelle.

2017 beherrschten außerdem das Leid der Rohingya, die Brexit-Verhandlungen, der Aufstieg der Rechtsextremen in Europa und die katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen das internationale Geschehen.

In Portugal waren die mörderischen Feuersbrünste im vergangenen Sommer, bei denen mehr als 40 Menschen starben, das beherrschende Thema. Die damalige zurückgetretene Innenministerin Urbano de Sousa war bei der Ausstellungseröffnung anwesend – und posierte mutig neben ihrer Karikatur.

Der Tod des ehemaligen Präsidenten Mário Soares bewegte die Gemüter. Ebenfalls im Visier der Zeichner: der aktuelle Präsident Marcelo Rebelo de Sousa und sein Faible für Selfies mit Menschen aus dem Volk. Oder der Sieg des Sängers Salvador Sobral beim Eurovision Song Contest.

Zu sehen noch bis zum 8 Juli in Vila Franca de Xira in Portugal.