Carsten Maschmeyer und Georg Kofler investieren doch nicht in Dating-App Chaanz

Nino Reiter (38), Marwin Grundel (25) und Jakob Hubloher (25, v.l.n.r.) wollen nun über eine Crowdfunding-Kampagne Geld für Chaanz einholen.
Nino Reiter (38), Marwin Grundel (25) und Jakob Hubloher (25, v.l.n.r.) wollen nun über eine Crowdfunding-Kampagne Geld für Chaanz einholen.

„Die Idee fasziniert mich“, kommentierte Investor Carsten Maschmeyer den TV-Auftritt des hessischen Startups Chaanz. In der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ stellte das Gründertrio seine neuartige Dating-App vor. Anders als die Milliardenkonzerne Tinder und Bumble konzentriert sich die App auf Personen, die sich sofort treffen wollen – sei es in der Uni, bei Festivals oder in Bars.

Marwin Grundel, Jakob Hubloher und Nino Reiter aus Dreieich boten den Investoren einen Anteil von 30 Prozent und forderten 125.000 Euro. Maschmeyer war sofort begeistert und überzeugte den Ex-Prosieben-Chef Georg Kofler, mit ihm gemeinsam rein zu gehen. Mit seinen Ressourcen allein hätte es Maschmeyer es nicht geschafft, sagte er. Das Investoren-Duo stimmte der Bewertung von etwa 400.000 Euro zu, hatte dann aber noch einen anderen Vorschlag: 200.000 Euro für insgesamt 49 Prozent. Die Chaanz-Gründer sagten Ja. „Wir dachten eigentlich, wir sind zu früh“, sagte Hubloher im Anschluss. Denn das Startup war damals noch nicht einmal auf dem Markt. Hubloher sollte mit seiner Einschätzung Recht behalten.

„Voraussetzungen waren nicht gegeben“

Wie Gründerszene erfahren hat, gab es letztendlich kein Investment. Die strategische Ausrichtung der jungen Tech-Firma hätte sich im Laufe der Gespräche weiterentwickelt, so Chaanz-CEO Grundel. „Unsere Vorstellungen und die der Investoren sind hier auseinander gegangen und der Deal kam leider nicht zustande.“

Bei jedem Startup prüfen die TV-Juroren die rechtlichen Bedingungen, die Finanzplanung und die Wachstums- und Marktchancen. Diesen Prozess nennt man auch Due Dilligence. "Das ist ein ganz normaler Prozess, der nicht während der Aufnahme geschehen kann. Das hatte bei Chaanz zur Folge, dass eben diese Voraussetzungen am Ende der Due Dilligence leider nicht gegeben waren", heißt es in einem gemeinsamen Statement von Maschmeyer und Kofler. Ein Insider sagte zu Gründerszene, die TV-Juroren hätten den Deal platzen lassen, weil das finanzielle Risiko zu hoch und die Umsatzprognosen nicht realistisch gewesen seien. „Einiges gefällt mir überhaupt nicht: Ihr seid ein reines Männerteam und braucht eine Frau und obendrein viel mehr Geld“, sagte Maschmeyer bereits in der Show.

Für den Unternehmer ist es der dritte Deal in dieser Staffel, der im Anschluss nicht in eine Zusammenarbeit mündet. Zuvor gingen die Buch-App Read-O und das Hörbuchportal Audory leer aus. Drei Investments kamen zustande.

Grundel, Hubloher und Reiter haben über zwei Jahre an Chaanz gearbeitet. Der Start sei nun für Ende Juli geplant, so Grundel zu Gründerszene. Seit Ende April können sich Apple-Nutzer für die App registrieren, mehr als 600 Interessenten hätten sich demnach gemeldet. Zum Vergleich: Allein Tinder wird monatlich von zwei bis drei Millionen Deutschen aufgerufen.

Crowdfunding soll 200.000 Euro einholen

Ein weiteres Investment haben die Hessen seit den Aufnahmen nicht erhalten. Erst im April 2022 hat das Trio eine UG registriert – eine Art Mini-GmbH. Einem Insider zufolge war das ebenfalls einer der Gründe gewesen, wieso Kofler und Maschmeyer eine Beteiligung ablehnten. Da Chaanz noch keine Rechtsform beim Handelsregister angemeldet hatte, habe das Investorenduo in der kurzen Zeit nicht komplett neu anfangen wollen.

In den folgenden Wochen wollen die Gründer eigenen Angaben zufolge die fehlenden 200.000 Euro Kapital über eine Crowdfunding-Kampagne einholen. Laut der Website sucht das Startup obendrein einen weiteren Mitgründer, der sich als CTO um die Software kümmert, sowie diverse Entwickler. Bisher hat Reiter den Posten des Technikchefs eingenommen.

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