Carsharing-Verband fordert mehr Parkplätze in Innenstädten

Der Bundesverband Carsharing hat die Städte aufgefordert, mehr Flächen in Innenstädten für Carsharing-Autos bereitzustellen. Seit September gelte das Carsharing-Gesetz, wonach jede Kommune jederzeit Stellplätze für Carsharing-Anbieter als Sondernutzung einrichten kann. "Die rechtlichen Instrumente sind da. Die Städte können ihre Angebote sichtbarer machen", erklärte Geschäftsführer Willi Loose.

Die Fahrzeuge der stationsbasierten Carsharing-Anbieter, die ihre Autos an festen Orten zur Verfügung stellen, wo sie auch wieder abgegeben werden müssen, stehen nach Angaben des Verbandes zu über 90 Prozent auf privaten Flächen. In Innenstädten gebe es oft gar keine Flächen mehr, auf denen diese Anbieter ihre Fahrzeuge kundennah bereitstellen könnten. "Das kann und sollte sich ändern."

Carsharing-Hauptstadt bleibt nach Erhebung des Verbandes Karlsruhe, wo auf tausend Einwohner 2,71 Carsharing-Fahrzeuge kommen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Stuttgart mit 1,47 Fahrzeugen und Freiburg mit 1,41 Fahrzeugen. Heidelberg, München und Göttingen schoben sich demnach am Drittplatzierten von 2015 vorbei, Frankfurt am Main.

Die Versorgung habe sich in den vergangenen zwei Jahren in vielen Städten verbessert, erklärte Loose. Dass Städte im Ranking zurückfielen, liege meist nicht an einer Verschlechterung der Situation - sondern daran, dass sie von anderen Städten überholt wurden. Auf den ersten zehn Plätzen des Rankings gibt es vier Städte mit weniger als 250.000 Einwohnern - neben Freiburg und Göttingen auch Heidelberg und Tübingen. Das zeige, dass Carsharing keineswegs nur ein Phänomen der Großstädte sei.

Die Zahl der Nutzer von Carsharing war 2016 um rund ein Drittel auf 1,7 Millionen Kunden gestiegen. Besonders beliebt sind dabei Angebote, bei denen das Auto innerhalb eines bestimmten Gebiets an einem beliebigen Ort abgestellt werden kann, das sogenannte Free-Floating-Carsharing. Doch auch stationsbasierte Dienste verzeichneten Zuwächse.