Carolin Kebekus: Was die Schlümpfe mit ihrem feministischen Buch zu tun haben

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Komikerin Carolin Kebekus ist überzeugte Feministin. Darum dreht sich auch ihr zweites Buch "Es kann nur eine geben".  (Bild: 2018 Getty Images)
Komikerin Carolin Kebekus ist überzeugte Feministin. Darum dreht sich auch ihr zweites Buch "Es kann nur eine geben". (Bild: 2018 Getty Images)

Einst hatte Carolin Kebekus Feminismus als etwas Anstrengendes abgespeichert, doch diese Zeiten sind lange vorbei. Im ARD-Magazin "titel, thesen, temperamente" erklärte die Komikerin, warum sie sich entschieden hat, ein feministisches Buch zu schreiben und was die Schlümpfe damit zu tun haben.

Der Titel ist trauriges Programm: Mit "Es kann nur eine geben" überschrieb Carolin Kebekus ihr feministisches Sachbuch, in dem sie die Problematik anhand von Alltagssituationen und Kindheitserinnerungen erläutert.

In einem Beitrag des ARD-Kulturmagazins "ttt - titel, thesen, temperamente" sprach die Komikerin und Grimme-Preis-Trägerin ("Die Carolin Kebekus Show") nun über ihr Werk und ihre Haltung zum Feminismus an sich. Dieses Thema habe die 41-Jährige dermaßen in den Bann gezogen, dass sie gemerkt habe: "Okay das in zehn Minuten auf der Bühne in einer lustigen Nummer zu verarbeiten, reicht mir nicht." So ernst das Thema sei, stecke dennoch "so viel Komik und Absurdität" darin, welche man auch im Buch herauslesen solle.

Carolin Kebekus setzt sich mit der katholischen Kirche immer wieder kritisch auseinander, wie hier im Musikvideo "Ave Maria - Alle Ladys in Gottes Gemeinden". (Bild: WDR)
Carolin Kebekus setzt sich mit der katholischen Kirche immer wieder kritisch auseinander, wie hier im Musikvideo "Ave Maria - Alle Ladys in Gottes Gemeinden". (Bild: WDR)

Schlumpfine ist "im Grunde nur die Frau"

Ein äußerst anschauliches Beispiel, welches Kebekus auch im "ttt"-Beitrag erörtert, sei das der Schlümpfe. Fast alle der blauen Zeichentrickwesen sind männlich und haben charakteristische Eigenschaften. "Die haben etwas, das sie ausmacht", fasst Carolin Kebekus zusammen. Schlumpfine hingegen werde praktisch ohne Eigenschaften dargestellt, wenn überhaupt, stresse sie die männlichen Schlümpfe. Sie sei "im Grunde nur die Frau". Sie könne nichts, außer Stöckelschuhe tragen und blonde Haare haben. Das Problem, welches sich auf den Alltag übertragen lässt: "Wenn es eine Frau gibt, egal in welcher gesellschaftlichen Konstellation, dann reicht die."

"Die Eine" stehe unter anderem auch in Märchen im Mittelpunkt. "Da kommt der Prinz vorbeigeritten an dem toten Schneewittchen und sagt zu den Zwergen: Diese Leiche da, interessiert mich persönlich", berichtet Carolin Kebekus mit Augenzwinkern. Unter anderem hier werde vermittelt, es sei das vermeintlich wichtigste, dass der Mann sich für Schneewittchen entscheidet. Deshalb müsse sie selbst nach ihrem Tod noch schön sein. "Deswegen beißen wir alle anderen Frauen weg - sozusagen symbolisch - damit wir die sind, die am Tisch sitzen mit den Jungs." Sie glaube, dass die Konkurrenz unter Frauen nur entstehe, weil diese das Gefühl hätten, es sei nicht genug Platz für alle.

Carolin Kebekus brauchte nach eigener Auskunft eine Weile, ehe sie sich offensiv zum Feminismus bekannte. (Bild: Andreas Rentz / Getty Images)
Carolin Kebekus brauchte nach eigener Auskunft eine Weile, ehe sie sich offensiv zum Feminismus bekannte. (Bild: Andreas Rentz / Getty Images)

"Dann werde ich so sauer, ich kriege das fast nicht verpackt"

Weiterhin schildert Kebekus im "ttt"-Gesrpäch, dass es eine Weile gedauert habe, bis sich auch selbst als Feministin bezeichnet habe. "Das war auch in meinem Kopf so: Ha, das ist was ganz Anstrengendes. Ich will nicht anstrengend sein." Allerdings regte sie ein Interview zum Nachdenken an. Eine Journalistin habe ihr gesagt, es sei schade, dass sie sich nicht Feministin nenne. Eigentlich sei sie es ja schon und es wäre der Sache dienlich. "Dann bin ich nach Hause gegangen und habe gedacht: Sie hat total recht."

In ihrem Buch begibt sich die Rheinländerin insbesondere im Umfeld des Kölner Karnevals und der katholischen Kirche auf Spurensuche. In beiden Institutionen fühlte sie sich als Frau als Mensch zweiter Klasse. Ihre Empörung sorgte dafür, dass die Comedienne längst aus der Kirche ausgetreten ist. Dennoch beschäftigt sich Kebekus in ihren Shows immer wieder mit dem Thema. "Ich bin katholisch getauft und ich gehöre in die Gemeinschaft der Christen."

Nach eigener Aussage fühlt sie sich dieser immer noch zugehörig. Ihr größter Antrieb seien die jüngsten Entwicklungen, etwa "wie die katholische Kirche mit den Opfern sexueller Gewalt durch Priester und Kleriker allgemein umgeht". Ihre Reaktion: Wut. "Dann werde ich so sauer, ich kriege das fast nicht verpackt."

Auch im Ersten erfolgreich: Neue Folgen der "Carolin Kebekus Show" sind in Planung. (Bild: WDR/btf)
Auch im Ersten erfolgreich: Neue Folgen der "Carolin Kebekus Show" sind in Planung. (Bild: WDR/btf)
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