Carolin Kebekus über die Kirche: Wo mit der Kritik anfangen?

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Carolin Kebekus (41) wünscht sich ein stärkeres Eingreifen der Politik, um die Missbrauchsskandale der Katholischen Kirche besser aufzuarbeiten. Die Entertainerin hat sich in ihrer Karriere immer mal wieder mit der Kirche auseinander gesetzt, bissig uralte Strukturen kritisiert und sich erschüttert gezeigt von Vorwürfen, die immer wieder laut werden.

Das Thema drängt sich auf

Doch was tun? Carolin wird das Thema Missbrauch in der Katholischen Kirche in der zweiten Staffel ihrer Show diskutieren, die ab Donnerstag (27. Mai) in der ARD zu sehen sein wird. Gibt es noch etwas zu sagen? Auf jeden Fall, versichert Carolin im Interview mit 't-online', in dem sie ihren Unmut und Ärger offen legt: "Als im März das Gercke-Gutachten für das Erzbistum Köln veröffentlicht wurde, habe ich gedacht: Schade, dass wir gerade nicht auf Sendung sind. Der Woelki wird da ja sicher zurücktreten. Damit habe ich mich ganz schön vertan. Manch einer könnte sagen: Die Kebekus macht schon wieder Kirche, reicht jetzt auch. Nein, die drängen sich mir wirklich auf, ich kann gar nicht anders. Ich stehe manchmal sehr ratlos vor der ganzen Kirchenthematik."

Carolin Kebekus raucht der Kopf

Auch wenn sie aus der Kirche ausgetreten sei, sehe sie sich nach wie vor als Katholikin. Gerade deswegen macht sie die Aufarbeitung beziehungsweise der Mangel eben jener besonders wütend: "Wenn man liest, wie die Lage zum Missbrauchsskandal ist, was in den Gutachten steht, welche Akten nicht herausgegeben werden und wie aktiver Täter- statt Opferschutz betrieben wird, da raucht einem echt der Kopf! Ich kann das alles nicht fassen und weiß manchmal nicht, wo ich eigentlich mit der Kritik anfangen soll." Doch was tun?

Carolin Kebekus sieht Handlungsbedarf auf politischer Ebene. Das System sei krank, und eine Chance auf Heilung bestehe ihrer Meinung nach nur, wenn die Katholische Kirche in die Verantwortung genommen wird. Gerade die Partei, die ein "C" im Namen trage, stehe hier in der Pflicht und müsse eine klare Linie ziehen, so Carolin Kebekus.

Bild: Oliver Berg/picture-alliance/Cover Images