Carlos Sainz: "... und darum bin ich richtig sauer!"

Norman Fischer
·Lesedauer: 3 Min.

"Ich bin richtig sauer", sagt Carlos Sainz nach dem Qualifying in Bahrain. Der McLaren-Pilot hatte sich in Q2 am Ende der Start-Ziel-Gerade plötzlich gedreht und kam mit seinem Boliden anschließend nicht mehr vom Fleck. Für Sainz war das Qualifying damit beendet und er muss sich mit dem 15. Startplatz in Sachir begnügen.

Wie das Team nach einer Untersuchung festgestellt hat, war ein Defekt der Hinterradbremse schuld am Abflug von Sainz - genauer gesagt am Brake-by-wire-System. "Meine Bremsen haben bei 100 bar oder so blockiert, als ich auf das Pedal getreten bin", sagt er. "Die Hinterachse blockierte einfach und ich habe mich gedreht."

"Es gab nichts, was Carlos hätte tun können", bestätigt Teamchef Andreas Seidl. "Das ist enttäuschend, weil wir heute ein konkurrenzfähiges Auto hatten."

Auch Sainz ärgert sich, weil er das Gefühl hatte, Q3 sei mit seinem Fahrzeug heute locker möglich gewesen. Er hatte in Q1 sogar nur einen Satz Soft-Reifen verwenden müssen - als einer der ganz wenigen, wie er betont - und hätte so für Q3 noch einen weiteren gehabt. "Ich habe mich das ganze Wochenende über wohl gefühlt."

Seidl zuversichtlich: Punkte sind möglich

"Carlos war das ganze Wochenende gut unterwegs, von daher ist das sehr, sehr schade", ergänzt Seidl. "Irgendwie klappt es im Moment nicht am Samstag. Von daher ist es jetzt wichtig, das so schnell es geht abzuhaken und dann ähnlich wie beim letzten Rennen in der Türkei einfach versuchen, nach vorne zu schauen."

Die Hoffnung liegt darauf, dass McLaren ein gutes Rennen zeigen kann. Punkte hält der Teamchef definitiv noch für möglich, auch weil es strategisch eine Menge Möglichkeiten geben könnte. Eine Einstopp-Strategie hält Seidl am Sonntag für ausgeschlossen, eher werden es zwei oder drei Boxenstopps. "Von daher kann viel passieren morgen", sagt er.

Dennoch war es für das Team ein kleiner Rückschlag im Kampf um Platz drei bei den Konstrukteuren. "Wir haben es uns heute nicht leichter gemacht", hadert Seidl. Denn auch Lando Norris war mit Rang neun nicht so gut platziert wie erhofft. "Lando hatte leider beim letzten Run einen Fehler in der ersten Kurve gehabt, was dann auch zwei, drei Positionen gekostet hat", erklärt er.

Sainz hadert: Gesparter Reifensatz wohl hin

McLaren hat daher im Rennen einiges zu tun. Sainz fürchtet jedoch, dass es nicht so einfach werden könnte, noch recht weit nach vorne zu kommen. "Man kann zurückkommen, aber es ist sehr kompliziert", sagt er. Denn weil die Top-10-Piloten diesmal geschlossen auf den Medium-Reifen starten, haben die Fahrer dahinter keinen Vorteil mehr ihnen gegenüber.

Und der Satz Medium-Reifen, den Sainz bei seinem Dreher aufgeschnallt hatte, dürfte auch nicht mehr verwendbar sein, fürchtet er. "Das bringt mich in eine schwierige Situation. Wir haben hart gearbeitet, um die härteren Reifen für das Rennen aufzusparen, und dann passiert uns sowas ..."

"Das gibt uns nur sehr wenige Optionen für den Sonntag. Und darum bin ich so sauer. Es tut mir leid, aber ich bin richtig sauer."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.