Carlos Sainz: McLaren war am ersten Testtag in Barcelona am schnellsten

Ruben Zimmermann

Normalerweise starten die Teams bei den Formel-1-Wintertests eher langsam und werden dann zum Ende hin immer schneller. Laut Carlos Sainz war bei McLaren in diesem Jahr allerdings das Gegenteil der Fall. Zwar fuhr der Spanier in Woche zwei seine persönliche Bestzeit von 1:16.820 Minuten und war damit fast eine Sekunde schneller als in der ersten Testwoche.

Laut Sainz habe das aber nur daran gelegen, dass man da mehr Leistung freigegeben habe und mit weniger Benzin gefahren sei. "Am ersten Tag hatten wir die besten Bedingungen", berichtet er bei 'Sky' und erklärt: "Da war kaum Wind, und die Streckentemperatur war gerade hoch genug, damit Reifen und Auto perfekt funktionieren. Seither war es extrem schwierig, wieder an die Rundenzeiten des ersten Tags heranzukommen."

"Zumindest mit der gleichen Benzinmenge", schränkt er ein und erklärt: "Wir waren natürlich manchmal schneller, weil wir mit anderen Set-ups, mit anderen Motoreneinstellungen, mit einer anderen Benzinmenge gefahren sind. Aber es war danach extrem schwierig für uns, nochmal bereinigt um all diese Faktoren an diese Rundenzeit heranzukommen. Die Strecke war in der zweiten Woche viel langsamer als in der ersten."

Vor allem der Wind in Barcelona sorgte dafür, dass sich in Woche zwei viele Teams schwertaten. "Das ist etwas, woran wir noch arbeiten müssen", weiß Sainz und erklärt: "Wir haben schon vergangenes Jahr festgestellt, dass uns der Wind mehr wehtut als unseren Gegnern. Darum hat die Balance manchmal so stark geschwankt." Das ist wohl auch 2020 wieder so.

"In Austin war ich im Qualifying nur acht Zehntel hinter Mercedes, weil uns da der Wind sehr entgegengekommen ist. Am Sonntag hat der Wind gedreht - und auf einmal haben uns zwei Sekunden gefehlt. Da sind wir sehr anfällig", erinnert er sich an den US-Grand-Prix 2019 zurück. Insgesamt ist Sainz, der Ende der zweiten Woche den achten Gesamtplatz belegte, mit den Wintertests aber zufrieden.

Seine Zuversicht sei zwar "nicht so groß wie bei Mercedes und Racing Point", erklärt er. "Aber ziemlich groß. Wir haben viel mehr Abtrieb als vor einem Jahr in Barcelona", zeigt er sich zufrieden und erklärt: "Im Vergleich zum Barcelona-Test 2019 ist das Auto ein guter Schritt vorwärts. Wir sind sehr zufrieden damit, wie wir uns im Winter und während der Tests weiterentwickelt haben."

"Jetzt kommt es darauf an, wo die anderen stehen. Aber wir für uns wissen, dass wir besser sind als vor einem Jahr", so Sainz, der die Saison 2019 als WM-Sechster und damit als "Best of the Rest" hinter den drei Topteams beendete. Auch in der Konstrukteurs-WM musste sich McLaren als Vierter lediglich Red Bull, Ferrari und Weltmeister Mercedes geschlagen geben.

Mit Bildmaterial von LAT.