Carlos Ghosn soll doch Chef von Renault bleiben

Der französische Autobauer Renault hat im vergangenen Jahr das nach eigenen Angaben beste Ergebnis seiner Geschichte erzielt

Überraschung beim französischen Autobauer Renault: Der langjährige Chef Carlos Ghosn soll die Geschäfte nun doch weiterführen. Im Dezember hatte es noch geheißen, der Konzern suche einen Nachfolger für den 63-Jährigen.

Der Verwaltungsrat, der am Donnerstag zusammenkommen soll, werde eine Vertragsverlängerung vorschlagen, hieß es am Montag aus dem Finanz- und Wirtschaftsministerium. Der Staat, der mit 15 Prozent an Renault beteiligt ist, werde "natürlich" dafür stimmen, sagte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Ghosn sei aber gebeten worden, einen "eventuellen" Nachfolger zu benennen. Dieser solle in einem "fortschreitenden Prozess" zunächst Stellvertreter werden und dann Geschäftsführer. Dies soll nach Unternehmensinformationen der derzeitige Produktionsvorstand Thierry Bolloré sein. "Diese Lösung sagt dem Staat zu", hieß es im Ministerium.

Das Nachsehen hat der deutsche Manager Stefan Müller, seit 2012 beim Unternehmen und seit 2016 im Vorstand. Er werde den Vorstand verlassen, berichteten Medien am Wochenende.

Ghosns Vertrag bei Renault endet im Mai, kurz nach seinem 64. Geburtstag. Die Wirtschaftszeitung "Les Echos" hatte im Dezember berichtet, der Verwaltungsrat wolle im Februar einen Nachfolger nominieren, damit die Aktionäre diesen bei der für den 15. Juni geplanten Hauptversammlung absegnen können. Ghosn soll demnach auf eigenen Wunsch Verwaltungsratspräsident des Autobauers bleiben.

Ghosn soll laut Ministeriumskreisen zudem einen Fahrplan für eine Festigung der Partnerschaft zwischen Renault und Nissan vorlegen. Diese Arbeit sei noch nicht vollendet, hieß es: "Wir arbeiten nach wie vor mit Carlos Ghosn an diesem Fahrplan." Noch seien nicht alle "Elemente" dafür zusammen. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire habe am Freitag lange mit Ghosn telefoniert, "und sie haben alles zusammen diskutiert".