Carlos Ghosn bleibt an der Spitze von französischem Autobauer Renault

Der französische Autobauer Renault hat im vergangenen Jahr das nach eigenen Angaben beste Ergebnis seiner Geschichte erzielt

Der langjährige Renault-Chef Carlos Ghosn bleibt an der Spitze des französischen Autobauers. Der Verwaltungsrat des Konzerns beschloss am Donnerstag eine Vertragsverlängerung für den 63-Jährigen. Stellvertreter wird der bisherige Vorstand für Wettbewerbsfähigkeit, Thierry Bolloré. Dieser soll zum künftigen Nachfolger Ghosns aufgebaut werden.

Der Verwaltungsrat würdigte am Donnerstag die "außergewöhnlichen Ergebnisse" unter Ghosn, der Renault seit 2005 führt. Das Führungsgremium sprach ihm sein "volles Vertrauen" als Chef von Renault und als Chef der Allianz zwischen Renault und den japanischen Autobauern Nissan und Mitsubishi aus. Die Aktionäre müssen der Vertragsverlängerung bei der nächsten Hauptversammlung Mitte Juni noch zustimmen.

Als Aufgaben trug der Verwaltungsrat Ghosn die Umsetzung des Strategieplans Drive the Future auf, mit dem der Umsatz bis 2022 von 50 Milliarden Euro auf 70 Milliarden Euro gesteigert werden soll, außerdem die Stärkung der Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi und die Regelung seiner Nachfolge.

Im Dezember hatte es noch geheißen, der Konzern suche bereits für 2018 nach einem Nachfolger für den 63-Jährigen. Am Montag verlautete dann aber aus dem französischen Finanz- und Wirtschaftsministerium, der Vertrag mit Ghosn solle verlängert werden. Der französische Staat ist mit 15 Prozent an Renault beteiligt.

Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstagabend, Ghosn habe einer Senkung seines Gehalts um 30 Prozent zugestimmt. Der Vertreter des französischen Staates im Renault-Verwaltungsrat habe deswegen für die Gehaltsabmachung mit dem Renault-Chef gestimmt. Im vergangenen Jahr hatte der Staat sich gegen Ghosns Gehalt in Höhe von 7,25 Millionen Euro ausgesprochen, weil er es für zu hoch hielt.