Carles Puigdemont startet Wahlkampf auf Distanz

Wahlkampfstart für Carles Puigdemont und seine Separatisten-Liste “Juntos por Cataluña” – gemeinsam für Katalonien. In einem Hotel nahe Brügge gab der abgesetzte katalanische Regierungschef am Samstag vor rund 90 angereisten Mitstreitern seine Kandidatur bei den Neuwahlen am 21. Dezember bekannt.

Eine Wahl, von der sich Puigdemont ein starkes Zeichen an nicht nur an Madrid, sondern auch Europa erhofft: “Wenn Europa auch nach dem 21. Dezember China, der Türkei oder anderen Ländern, die Menschenrechte missachten, Lektionen erteilen und als moralische Institution gelten will, muss es dafür sorgen, dass auf dem eigenen Territorium kein Recht verletzt wird, wie das gerade in Katalonien geschieht.”

Puigdemont war nach seiner Entmachtung Ende Oktober nach Belgien geflüchtet, um in Spanien einer Festnahme zu entgehen. Die Neuwahl in Katalonien soll nach dem Willen der Separatisten eine Abstimmung über das Eingreifen der Zentralregierung in Madrid werden.

“Weder der Präsident noch die Regierungsmitglieder hätten, das Land, das sie gewählt hat, verlassen sollen. Sie haben nichts Unrechtmäßiges getan”, sagt Salvador Escofet, der für Barcelona kandidiert.

Puigdemont und seine Anhänger feierten den Wahlkampfstart – ungeachtet eines europäischen Haftbefehls und eines Auslieferungsgesuchs, die gegen den 54-Jährigen und vier seiner früheren Minister vorliegen.

Ana Lázaro, euronews: “Die Liste ‘Gemeinsam für Katalonien’ hat einen Charterflug gemietet, damit die Kandidaten Carles Puigdemont in seinem abgelegenen, eine Stunde von Brüssel entfernten Hotel, treffen können. Der Wahlkampf beginnt in Belgien mit einer Botschaft an Europa: Erkennt das Ergebnis der Wahlen an!”