Campino: Der "Lärm" hat sich verändert

Die Toten Hosen feiern ihr 40. Bandjubiläum mit einer Tour, die demnächst beginnt, sowie dem Freitag (27. Mai) erschienenen Album "Alles aus Liebe: 40 Jahre die Toten Hosen".

Der Blickwinkel verändert sich — auch für Campino

Der "Lärm", wir Frontmann Campino (59) die Musik selbst in einer Bandbiografie bezeichnete, hat im Laufe der Zeit eine große Entwicklung durchgemacht. "Gott sei Dank hat er das! Ich glaube, wenn sich die ganze Welt ändert, man selbst aber starr bleibt, ist man entweder aus Stein oder hat irgendwelche Probleme. Das Leben ist in ständiger Bewegung. Wir alle legen einen Weg zurück", so Campino im Gespräch mit dem 'RedaktionsNetzwerk Deutschland'. "Noch ein Stück weiter fällt einem irgendwann auf, dass die Eltern gar nicht immer Unrecht hatten oder dass man manche Dinge mittlerweile genauso sieht wie sie. Man betrachtet sie aus einem anderen Blickwinkel und kann das Ganze in Relation setzen. Das ist für mich ein schönes, friedliches Bild, wie ein Leben verlaufen sollte. Und darin sehe ich nichts Schlimmes", erklärt er weiter.

Verbinden statt Spalten

Während die berühmte Punkrock-Band in ihren Anfängen noch da war, "um zu spalten", ist das Ziel der Toten Hosen mittlerweile zu verbinden, betonte Campino. "Ich hätte gar keinen Spaß mehr daran, zu spalten oder mich selbst zum Außenseiter zu erklären. Vielleicht bin ich das durch manche Meinungen automatisch. Es ist eine Riesenfreude zu wissen, dass Eltern mit ihren Kindern zu unseren Konzerten kommen. Auch wenn sie sich sonst nicht viel zu sagen haben, dort haben sie einen guten Abend, dies ist ein Moment, in dem sie sich auf etwas einigen können. Von solchen familiären Erlebnissen berichten uns Fans manchmal in Briefen. Ich finde das sehr schön. Dafür bin ich dankbar."

Und so freut sich der Sänger auch über die anhaltende Relevanz seiner Band, wie er erst kürzlich gegenüber dem WDR gestand. "Die Dankbarkeit über das, was wir erleben durften, die wächst tatsächlich mit jedem Tag, weil es uns einfach immer bewusster wird", erklärte Campino.

Bild: Malte Ossowski/SVEN SIMON/picture-alliance/Cover Images

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