BYD springt weiter nach oben, Geely auf dem Weg Richtung Allzeithoch, aussichtsreiche Wette: Guangzhou Auto

Jochen Kauper
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BYD: Optimistische Prognose – Aktie dennoch im Rückwärtsgang

Die Aktie von BYD hat in den letzten Tagen wieder deutlich zugelegt. Vorstand Wang Chufu erwartet in den nächsten Jahren einen deutlichen Wachstumssprung: Im Jahr 2025 soll BYD eine Billion Yuan Umsatz stemmen. Das wären umgerechnet knapp 130 Millionen Euro. Zum Vergleich: BYD erlöste 2016 rund 104 Milliarden Yuan. Wang rechnet demnach mit einer Verzehnfachung der Erlöse.

Wang rechnet ebenfalls damit, dass im Jahr 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr auf Chinas Straßen zu sehen sein werden. Das würde sicherlich BYD in die Karten spielen. Schließlich ist der Konzern mit einem Absatz von über 100.000 Stromern der größte Elektroautobauer der Welt, noch weit vor Tesla!

Geely läuft
Im Windschatten von BYD zogen auch die Papiere von Geely weiter an. Die Aktie steht kurz vor einem neuen Allzeithoch. Wird die Marke von 3,26 Euro geknackt, ist der Weg nach oben frei. Die Voraussetzungen für weiter steigende Kurse sind gegeben. Die Zulassungszahlen sind im Oktober deutlich gestiegen. Die Übernahme von Terrafugia verspricht Spannung und Broker wie Daiwa und Nomura haben ihre Kursziele nach oben geschraubt.

Wer BYD und Geely verpasst hat, für den könnte  Guangzhou Auto, kurz GAC, eine aussichtsreiche Adresse sein. Eine Art Initialzündung für die Aktie war Kooperation mit Tencent Ende September. GAC Auto und der Tech-Gigant forschen in Zukunft gemeinsam an spannenden Themen wie autonomes Fahren und künstliche Intelligenz. Tencent ist auf diesem Terrain kein unbeschriebenes Blatt. Die Firma hat bereits zig Millionen Dollar in Start-Ups wie Nio gesteckt, die die Teslas dieser Welt herausfordern sollen. Tencent verfügt also über großes Wissen im Bereich autonomes Fahren.

„International sind die chinesischen Autobauer die klassischen jungen und wilden Vertreter. Man kann an den präsentierten Modellen sehr gut erkennen, dass die Innovationszyklen immer kürzer werden“, sagt Asienexperte Andreas Lipkow.
Soll heißen: Die chinesischen Autos sind längst keine zusammengeschusterten Klapperkisten mehr. Sie werden immer mehr zum ernst zu nehmenden Wettbewerbe für die westlichen Autobauer. „Stück für Stück gewinnen sie Marktanteile. Derzeit haben die chinesischen Marken in China 43 Prozent  Marktanteil“, ergänzt Lipkow.

DER AKTIONÄR spekuliert im Real-Depot seit Anfang November auf steigende Kurse bei Geely. Die Aktie notiert bereits die ersten zehn Prozent im Plus - Tendenz steigend!

Guangzhou Auto ist einen Blick wert
Guangzhou Auto wurde vor knapp 17 Jahren gegründet. Der Aufstieg ging rasend schnell.  Einer Studie von J.D. Power Asia Pacific zu Folge schaffte GAC Auto 2016 ein Wachstum von 96 Prozent, das höchste aller chinesischen Marken in diesem Zeitraum. Auch das Wachstum im Oktober kann sich sehen lassen. Zwar kam GAC nicht an die 31 Prozent von Geely heran, aber auch 11,1 Prozent plus auf 175.703 Autos sind nicht von schlechten Eltern.


Die Ziele sind ehrgeizig, aber machbar. 500.000 Autos sollen in diesem Jahr verkauft werden. Bis 2020 will Guangzhou Auto eine Million Fahrzeuge absetzen. Der Markteintritt in den USA soll spätestens im Jahr 2019 klappen.
Hinz kommt: GAC bringt sich für die Elektromobilität in Stellung. Dafür werden 6,5 Milliarden Dollar in einen neuen Industrieparks zur Fertigung von Elektroautos in Guangzhou gesteckt. Ende 2018 soll das Projekt fertig sein. Dann sollen hier pro Jahr 200.000 Elektroflitzer von den Bändern rollen.

Noch im laufenden Jahr werden weitere High-End-Modelle auf den Markt kommen. Darunter ein fünfsitziger SUV GS7, der von der New York Times als "ein Blockbuster SUV der neuen Generation" bezeichnet wurde.
Hört sich nicht schlecht an. Einziger Nachteil für Guangzhou Auto: gegenüber Geely zum Beispiel hat GAC keine Europamarken im Portfolio. Sprich, kein Technologie-Transfer durch Marken wie Volvo oder Lotus. Aber, das kann durchaus noch kommen. Am Geld wird es kaum scheitern. GAC Autos wird an der Börse derzeit mit 19 Milliarden Euro bewertet. Kein Pappenstiel, aber aussichtsreich. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei lediglich zehn. Und die Aktie arbeitet sich seit wenigen Tagen in einem schönen Aufwärtstrend immer weiter nach oben. Aussichtsreich!