BVI-Studie: Aktienfonds langfristig die beste Wahl

Eine aktuelle Studie zeigt: Über fast alle Betrachtungs-Zeiträume hinweg haben sich Aktienfonds in den vergangenen Jahren besser entwickelt als Renten-, Misch- oder Geldmarktfonds. Mehr Volatilität wird eben mit mehr Rendite belohnt.

Mehr Rendite bedeutet auch mehr Risiko. Vielleicht liegt es an dieser Binsenweisheit, dass Aktien hierzulande als riskante Anlageform gelten. Aber sind sie das auch?

Richtig ist: Aktienanlagen haben im Vergleich zu Renten, Geldmarktinstrumenten oder Immobilienanlagen die höchste Volatilität. Keine andere Anlageklasse weist im Laufe eines Jahres so hohe Wertschwankungen auf.

Richtig ist aber auch: Fast (Shanghai: 600391.SS - Nachrichten) über alle Betrachtungszeiträume hinweg lassen sich mit Aktien die höchsten Renditen erzielen. Das (Shenzhen: 002421.SZ - Nachrichten) zeigen aktuelle Statistiken des deutschen Fondsverbands BVI.

Die sogenannten Wertentwicklungsstatistikendes BVI  nennen das Ergebnis einer Vermögensanlage in einem bestimmten Zeitraum. Der BVI bietet solche Statistiken für Publikumsfonds mit Vertriebsschwerpunkt Deutschland und für verschiedene Anlagezeiträume. Die Berechnung folgt der BVI Methode und damit dem für Publikumsfonds üblichen Ansatz der zeitgewichteten Methode. Ausschüttungen werden rechnerisch umgehend in neue Investmentfondsanteile investiert. Das erlaubt den Vergleich ausschüttender und thesaurierender Investmentfonds. Die aktuellen Daten wurden in dieser Woche veröffentlicht.

Beim Blick auf diese Statistiken wird schnell deutlich: Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, konnten Anleger mit Aktien in allen betrachteten Zeiträume in den vergangenen 30 Jahren höhere Renditen erzielen als mit anderen Anlageklassen. Insbesondere deutsche Aktienfonds tun sich in diesem Zusammenhang besonders positiv hervor.

Quelle: BVI

Wer beispielsweise vor 20, 30 oder 35 Jahren in deutsche Aktienfonds investiert hat, konnte bis heute mit keiner anderen in der Studie untersuchten Fondskategorie höhere Renditen erzielen. Aber auch kurzfristig war der deutsche Aktienmarkt für Investoren ein gutes Pflaster: Eine 12-Monats-Performance von zuletzt 22,3 Prozent ließ sich zuletzt nur mit Emerging-Markets-Fonds erzielen.

Der (Shenzhen: 002631.SZ - Nachrichten) politische Rentenmarkt

Die massiven Eingriffe der Notenbanken in den Kapitalmarkt haben auch in den Statistiken für die vergangenen Jahre ihre Spuren hinterlassen.  Kurzfristig und innerhalb der vergangenen fünf Jahre ließen sich zuletzt nur mit Unternehmensanleihen und Schwellenländerbonds nennenswerte positive Renditen erzielen. Euro Langläufer-Rentenfonds beispielsweise wiesen zuletzt in der 12-Monatsstatistik im Durchschnitt eine negative Rendite aus. Das sah in den Jahrzenten vor der Finanzkrise noch ganz anders aus.

Quelle: BVI

Mischfonds: Die Lieblinge der Anleger

Die erfolgreichste Fondskategorie der vergangenen Jahre waren Mischfonds. Das liegt vielleicht daran, dass sie mit einem angenehm bequemen Service-Versprechen locken: Anleger bekommen ein wenig Aktienperformance und riskieren dafür weniger Volatilität. Dafür sorgt der Rentenanteil im Portfolio. Dieses Versprechen konnten Mischfonds in der Vergangenheit einlösen. Wer etwa vor fünf Jahren in einen ausgewogen gemanagten Euro-Mischfonds investiert hat, darf sich heute über eine Rendite von 6,3 Prozent per annum freuen – bei vergleichsweise niedriger Volatilität von 8,5 Prozent.

Quelle: BVI

Je länger die Notenbanken für niedrige Zinsen sorgen und zum Teil – wie die EZB und die BoJ – massiv Anleihen aufkaufen, wächst jedoch das Risiko, dass der Anleiheanteil in den Mischportfolios zum Problem wird. Denn auslaufende Anleihen mit ansprechenden Kupons lassen sich immer seltener gleichwertig durch neue Papiere ersetzen. Mischfonds-Manager stehen hier vor einer großen Herausforderung, wenn sie ihre Kundschaft nicht enttäuschen wollen.

(MvA)

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