BVI: Neugeschäft der Fondsbranche legt zu Jahresbeginn trotz Corona-Krise zu

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die deutsche Fondsbranche hat in den ersten drei Monaten dank von Investitionen in Spezialfonds zugelegt. Insgesamt warben die Vermögensverwalter im ersten Quartal netto rund 24,1 Milliarden Euro an neuem Kapital ein, teilte der Branchenverband BVI am Dienstag in Frankfurt mit. Ein Jahr zuvor hatten die Zuflüsse noch bei 23,1 Milliarden Euro gelegen.

Die Corona-Krise hat im März mit voller Wucht in Deutschland aufgeschlagen. Die Daten deuten jedoch darauf hin, dass große Investoren weiterhin in Spezialfonds investieren.

Gestützt wurde das Geschäft im Berichtszeitraum daher einmal mehr durch offene Spezialfonds. Sie verzeichneten Zuflüsse von 32,7 Milliarden Euro. Dies ist laut BVI der stärkste Jahresauftakt seit 2015. Spezialfonds werden für institutionelle Investoren wie Versicherer oder Versorgungswerke aufgelegt.

Aus offenen Publikumsfonds flossen hingegen 13,9 Milliarden Euro ab. Diese Produktkategorie wird sowohl von Kleinanlegern als auch von Investmentprofis genutzt. Offene Fonds sind jederzeit handelbar. Geschlossene Fonds spielten beim Aufkommen neuer Mittel kaum eine Rolle.

Bei den Unterkategorien der offenen Publikumsfonds gab es starke Abflüsse aus Aktienfonds (-14,0 Milliarden Euro). Auch aus Mischfonds (-2,1 Milliarden Euro) und Geldmarktfonds (-0,3 Milliarden Euro) wurden Mittel abgezogen. Mischfonds können unter anderem sowohl in Aktien als auch in festverzinslichen Anleihen (Renten) investieren. Zuflüsse erzielten Immobilienfonds (+3,9 Milliarden Euro) und die als defensiv geltenden Rentenfonds (+0,6 Milliarden Euro).

Freie Mandate erhielten Zuflüsse in Höhe von 4,3 Milliarden Euro. Bei freien Mandaten handelt es sich um Vermögensverwaltungs-Aufträge, die außerhalb von Investmentfonds betreut werden.