BVB-Umbruch: Das sind die neuen Anführer

BVB vor dem Umbruch: Wer sind die künftigen Säulen bei Borussia Dortmund?

Bei Borussia Dortmund hat spätestens nach der Derbypleite gegen Schalke 04 der Umbruch begonnen. Erster Leidtragender ist ausgerechnet der Kapitän: Als Konsequenz für die schwachen Leistungen wurde Marcel Schmelzer aus dem Kader für Leverkusen gestrichen

Aber auch andere Stars müssen befürchten, keine große Rolle in den Zukunftsplanungen der BVB-Verantwortlichen mehr zu spielen. Andre Schürrle, Nuri Sahin oder Gonzalo Castro dürften nicht zu den Spielern gehören, auf die Peter Stöger oder der kommende Trainer zählen wird

Wer aber sollen die neuen Korsettstangen der Borussen werden?

SPORT1 wirft einen Blick auf die BVB-Youngster und bewertet deren Tauglichkeit zum Führungsspieler

ALEXANDER ISAK: Zwölf Einsätze hat der schwedische Stürmer in seiner ersten Saison bislang bekommen - besonderen Eindruck hat er dabei (noch) nicht hinterlassen. Zwar ließ der 18-Jährige sein Talent durchaus aufblitzen, doch aktuell spielt er nicht einmal die zweite Geige.

Trotz der Verletzung von Michy Batshuayi schaffte es Isak gegen Leverkusen nicht in den Kader. Könnte ein Kandidat für eine Ausleihe sein - Potenzial zum Leistungsträger hat der Teenager jedenfalls noch nicht.

JEREMY TOLJAN: Als frischgebackener U21-Europameister 2017 zum BVB gewechselt, blieb der frühere Hoffenheimer deutlich unter den Erwartungen. Zugute halten muss man dem 23-Jährigen allerdings, dass er überwiegend auf der linken Abwehrseite aushelfen musste.

Eine Zukunft in Dortmund dürfte Toljan nur dann haben, wenn er dauerhaft auf seiner Lieblingsposition zum Einsatz kommt: der rechten Abwehrseite. Dort steht allerdings nach wie vor Lukas Piszczek vor ihm. Gut möglich, dass Toljan schon nach einer Saison das Weite sucht. Angeblich zeigt der VfB Stuttgart Interesse.


DAN-AXEL ZAGADOU: Sorgte zu Saisonbeginn für Furore und gehörte auf der linken Abwehrseite zum Stammpersonal des BVB. Das Niveau konnte der 1,96-Meter-Riese aber nicht halten und saß nach dem 1:1 gegen Leverkusen Anfang Dezember nur noch auf der Bank - oder sogar auf der Tribüne.

Hinzu kam noch Verletzungspech (Muskelbündelriss), so dass die Saison für Zagadou nach dem hoffnungsvollen Start einen klaren Abwärtstrend zu verzeichnen hatte. Als Leistungsträger sehen ihn die Verantworlichen auch nächste Saison noch nicht - mit seinen 18 Jahren bekommt er aber sicher die Zeit zu wachsen.

JADON SANCHO: Wandelt in seiner ersten Saison beim BVB regelmäßig zwischen Genie und Wahnsinn - was mit seinen 18 Jahren kein großes Wunder ist. Der Gala-Auftritt beim 4:0 gegen Leverkusen zeigt aber, wohin die Richtung gehen kann.


Nun gilt es für ihn den richtigen Grat zwischen jugendlicher Leichtigkeit und einer gewissen Ernsthaftigkeit zu finden - dann dürfte Sancho richtig durchstarten. Ob das schon nächste Saison klappt, ist derzeit nicht abzusehen.

MANUEL AKANJI: Kam im Winter vom FC Basel zum BVB und sollte den Konkurrenzkampf auf der Position des Innenverteidigers erhöhen. Als Investition in die Zukunft deklariert, zeigte Akanji spätestens beim 4:0 gegen Leverkusen, dass die Zukunft schon begonnen hat. Der 22-Jährige überzeugte dabei als Linksverteidiger und bewies, dass auch auf dieser Position mit ihm zu rechnen ist. Für Dortmunds Zukunft ist Akanji eine wichtige Korsettstange.

MAHMOUD DAHOUD: Licht und Schatten prägen die erste Saison des früheren Gladbachers beim BVB. Unter Stöger kämpfte sich Dahoud aus seinem Leistungsloch und überzeugte phasenweise als treibende Kraft im Mittelfeld.

Es ist nicht schwer vorherzusehen, ob Dahoud auch in der kommenden Saison seine Einsatzzeiten bekommen wird. Als Anführer im Mitelfeld taugt der 22-Jährige aber nicht - dafür hat er einfach nicht die Anlagen.

MAXIMILIAN PHILIPP: Auch der frühere Freiburger enttäuschte in seiner ersten Saison im schwarzgelben Trikot keineswegs. Acht Tore in 18 Einsätzen sprechen für sich. Wäre nicht seine schwere Knieverletzung gewesen,  hätte der 24 Jahre alte Stürmer noch häufiger gejubelt. Für die BVB-Verantwortlichen ist es keine Frage, dass Philip auch nach dem kommenden Umbruch eine wichtige Rolle im Angriff spielen wird.

CHRISTIAN PULISIC: Im Kader der Schwarzgelben ist der 19-Jährige DER Hoffnungsträger für eine bessere Zukunft. Zwar blieb Pulisic nicht ganz von der spielerischen Krise der Westfalen verschont, doch der US-Boy war oft genug der einzige Lichtblick der Dortmunder Durchschnittskost.


Dass Pulisic eine der kommenden Säulen der Borussen sein soll, steht außer Frage. Allerdings geht beim BVB die Angst um, dass der Außenstürmer bereits im Sommer das Weite suchen könnte - beispielsweise wenn Real Madrid anklopfen sollte.

MICHY BATSHUAYI: Sieben Tore in zehn Bundesligaspielen - die Winter-Leihgabe vom FC Chelsea hatte in Dortmund keinerlei Anpassungsprobleme und sammelte schnell Argumente für einen fixen Transfer. Wegen seiner Sprunggelenksverletzung ist die Saison für den Belgier vorzeitig gelaufen, doch  es gibt Hoffnung, dass Batshuayi auch in der kommeden Saison das BVB-Trikot tragen wird. Falls es tatsächlich mit einem Transfer klappt, wäre der 24-Jährige als einer der kommenden Leistungsträger fest eingeplant.

JULIAN WEIGL: Mit seinen 22 Jahren ist Weigl immer noch einer der Dortmunder Youngster - auch wenn er schon drei Jahre lang im BVB-Mittelfeld unterwegs ist. Die derzeitige Krise ging auch an Weigl nicht spurlos vorbei und führte ihn zeitweise auf die Ersatzbank. Dass Weigl aber ein fester Bestandteil der Westfalen sein wird, steht außer Diskussion.