Was vom BVB im Sommer übrig bleibt

Vincent Wuttke
·Lesedauer: 4 Min.
Was vom BVB im Sommer übrig bleibt
Was vom BVB im Sommer übrig bleibt

Hat diese Mannschaft eine Zukunft oder braucht es einen großen Umbruch?

Durch die 1:2-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt muss Borussia Dortmund mehr denn je um die Champions League bangen und sich mit dem Gedanken Europa League auseinandersetzen. (Tabelle der Bundesliga)

Das wirft personelle Fragen auf: Vor allem Erling Haaland, auf den ohnehin schon die gesamte europäische Konkurrenz schielt, wird ohne die Teilnahme an der Königsklasse kaum mehr zu halten sein. Noch dazu wurden Berater Mino Raiola und Vater Alfie auch noch in Spanien beim FC Barcelona und Real Madrid vorstellig.

Dortmunds Bosse müssen sich langsam aber sicher mit der Planung für die kommende Saison auseinandersetzen. Wen wird man abgeben müssen? Wer sind die Streichkandidaten, wer schließt die Lücken im Kader?

SPORT1 wirft einen Blick auf den BVB der kommenden Saison 2021/22.

Die Säulen

Neu-Trainer Marco Rose wird auch beim Verfehlen der Champions League auf viele Säulen des aktuellen Teams bauen. Mit Kapitän Marco Reus und seinem Vertreter Mats Hummels werden zwei Leitwölfe bleiben. Hummels' Vertrag läuft im Sommer 2022 aus, die Schwarzgelben haben aber laut kicker eine Option auf eine Verlängerung bis 2023.

Mit Raphael Guerreiro verfügt der BVB zudem über einen der besten Linksverteidiger der Welt.

Im Mittelfeld soll ein Quartett das Spiel leiten und die junge Mannschaft auch neben dem Platz organisieren. Thomas Delaney, Mahmoud Dahoud, Axel Witsel und Emre Can sind alle unantastbar und bleiben.

Die Heißbegehrten

Dem BVB die Treue halten sollen nach Meinung der Bosse auch Erling Haaland und Jadon Sancho.

Das Problem: Ohne die Königsklasse fehlen dem BVB wichtige Einnahmen und die nötige Attraktivität für die beiden Supertalente.

Bei Haaland ist die Frage nur noch, wer die 150 Millionen Euro Ablöse zahlen wird. Ab dieser Summe würde Dortmund laut eigener Aussage schwach werden. (Dieser Haaland-Aufreger hat einen rührenden Hintergrund)

Ähnlich sieht es bei Sancho aus. Im vergangenen Sommer schon fast weg, wird der Engländer im zweiten Anlauf das BVB-Kapitel schließen. (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Auch bei Jadon Sancho rechnen die Bosse nach SPORT1-Informationen mit einem Abgang im Sommer. Satte 120 Millionen Euro hatte Dortmund im vergangenen Sommer verlangt. Durch die Coronapandemie wird nun sehr wahrscheinlich weniger Geld die Kasse füllen.

Die Enttäuschungen

Die finanziellen Einbußen durch die Königsklassen-Pause könnte auch ein Trio der Enttäuschungen auffangen.

Julian Brandt, Nico Schulz und Thomas Meunier wurden allesamt mit großen Erwartungen geholt, konnten diese aber fast nie erfüllen.

Bei Trainer Edin Terzic sind sie deshalb nur zweite Wahl und haben ihren Stammplatz auf der Bank. Vor allem die hohen Gehälter des Trios schmerzen dem BVB ohne Champions League.

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Die Verkaufsjoker

Mit Thorgan Hazard Dan-Axel Zagadou planen die BVB-Bosse eigentlich. Da alle drei Profis jedoch nicht unersetzbar sind, könnten sie bei den richtigen Angeboten zu überraschenden Verkaufskandidaten werden. Auch Manuel Akanji galt als möglicher Kandidat, Bild und kicker berichten nun aber, dass der BVB den Vertrag mit dem Schweizer still und heimlich vorzeitig bis 2023 verlängert hat.

Zagadou hingegen soll die Kaderplaner durch seine hohe Verletzungsanfälligkeit weit mehr ins Grübeln bringen.

Der Franzose hat nahezu die gesamte Saison verpasst. Zudem läuft der Vertrag des Innenverteidigers 2022 aus und der Sommer wäre somit die letzte Gelegenheit für einen teuren Verkauf. Laut Times-Journalist Duncan Castles steht Arsenal als Abnehmer bereit.

Die Hoffnungsträger

An einem Quintett gibt es hingegen keine Zweifel. Die Youngster Youssoufa Moukoko, Ansgar Knauff, Jude Bellingham, Mateu Morey und Giovanni Reyna sollen unter Rose weitere Schritte in ihrer Entwicklung machen.

Besonders große Hoffnungen liegen auf Bellingham, Reyna und Moukoko. Sie sollen zu Stars reifen.

Ebenfalls ein Hoffnungsträger: Felix Passlack erhält bei seinem Jugendverein eine weitere Chance. Das im Sommer auslaufende Arbeitspapier des Rechtsverteidigers soll laut Sport Bild verlängert werden.

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Die Urgesteine

Um finanziellen Spielraum für neue Spieler zu haben, müssen mit den Verteidigern Lukasz Piszczek und Marcel Schmelzer zwei echte Urgesteine gehen.

Die Verträge des Duos laufen aus und werden nicht verlängert. Das berichtete die Sport Bild vor wenigen Tagen.

Die beiden Routiniers sind im aktuellen Kader gemeinsam mit Hummels die erfahrensten Spieler.

Allerdings kam Piszczek in dieser Saison nur auf elf Pflichtspiele, Schmelzer blieb nach einer Knie-OP sogar ohne jeglichen Einsatz.

Die Torwart-Frage

Unter Terzic ist Marwin Hitz die Nummer eins zwischen den Pfosten und hat seinen Vertrag bis 2023 verlängert. An ihm gibt es im Kader also kein Rütteln.

Völlig offen ist jedoch die Zukunft von Roman Bürki. Der Schweizer war seit 2015 Stammkeeper beim BVB und wurde nun nach mehr als fünf Jahren abgelöst.

Entscheidet sich auch Rose in der Vorbereitung für Hitz als erste Wahl, dürfte Bürki wohl gehen.