BVB-Juwel Isak: Erster Schritt Richtung Durchbruch

Christoph Küppers

Welche Erlösung dieser Treffer zur zwischenzeitlichen 2:0-Führung für BVB-Talent Alexander Isak gewesen sein muss, zeigte sein Torjubel. Bis über beide Ohren strahlend lief der 18-Jährige in Richtung BVB-Fanblock.

Dabei umlagerten ihn fast alle seine Kollegen – Kapitän Marcel Schmelzer etwa eilte über den halben Platz, um Isak zu gratulieren. Das Motto des Abends lautete: Endlich hat es geklappt!

Trotz eines drittklassigen Gegners könnte Borussia Dortmunds 5:0-Pokal-Auswärtssieg in Magdeburg für eines der größten BVB-Talente ein erster Schritt in Richtung Durchbruch gewesen sein.

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Isak ersetzt Aubameyang

"Ich habe ein bisschen gebraucht", so Isak nach dem Spiel. "Ich hatte eher einen schlechten Start, aber einen umso besseren in der zweiten Hälfte. Dann ist alles einfacher geworden."

Zweifelsohne zeigte der überraschend für den angeschlagenen Pierre-Emerick Aubameyang als Mittelstürmer spielende Isak eine starke Leistung. Seine überzeugende Bilanz: ein Treffer, eine Torvorlage, dazu viele gute Ansätze.


Entsprechend zufrieden zeigte sich auch der sonst eher zurückhaltende BVB-Cheftrainer Peter Bosz: "Wenn Alex die Chance kriegt, muss er die auch nutzen. Ich glaube, heute hat er das getan."

"Mini-Zlatan" als Perspektivspieler

Dass Isak das Potenzial zu einem ganz Großen hat, war länger klar – auch wenn Manager Michael Zorc den damals 17-Jährigen im Januar 2017 bewusst als Perspektivspieler verpflichtete. Aufgrund einer relativ hohen Ablösesumme (knapp zehn Millionen Euro) waren die Erwartungen an Isak dennoch groß.

Auch, weil der Schwede mit eritreischen Wurzeln in seiner Heimat schon als Mini-Zlatan gefeiert wurde: Für seinen Heimatklub AIK Solna lief er mit 16 Jahren erstmals in der ersten schwedischen Liga auf und erzielte direkt ein Tor. In Schwedens Nationalmannschaft traf er in seinem zweiten Spiel und wurde mit 17 Jahren und 113 Tagen jüngster Torschütze der Geschichte.


Anlaufschwierigkeiten beim BVB

Doch beim BVB lief es in den vergangenen zehn Monaten weniger gut. Vor dem doch etwas überraschenden Startelf-Debüt in Magdeburg stand Isak ganze vier Mal für die BVB-Profimannschaft auf dem Platz – immer nur als Kurzarbeiter, insgesamt 36 Spielminuten.

Ansonsten pendelte er zwischen A-Jugend und zweiter Mannschaft hin und her. Auch in dieser Saison spielte er schon für die BVB-Jugend, traf etwa in der Youth League gegen Real Madrid.


Bosz glaubt in Isak

Insgesamt ist der Schwede unter Bosz aber wesentlich näher an die Profimannschaft gerückt. Isak selbst sagt: "Es war gut, in diesem Sommer eine echte Vorbereitung zu haben. Das ist wichtig, um einen guten Start hinzukriegen." Das sieht sein Trainer ähnlich: "Alex arbeitete hart im Training. Er hat aber Auba vor sich, was nicht ganz einfach ist, weil der natürlich seine Tore schießt."

Isak weiß aber, dass sein Trainer an ihn glaubt: "Wenn ich die Chance kriege, muss ich da sein. Ich hoffe, dass ich mehr Einsatzzeiten bekomme." Argumente dafür liefert er jetzt endlich – wie in Magdeburg gezeigt.

Und wer weiß, vielleicht darf sich der 18-Jährige ja schon am kommenden Samstag wieder beweisen. Noch steht nicht fest, ob Aubameyang seine muskulären Probleme bis zum Hannover-Spiel auskuriert (Samstag ab 15.30 Uhr im LIVETICKER). Sollte der Toptorjäger ausfallen, stünde sein Ersatz schon bereit.