BVB-Armutszeugnis - nur Moukoko zündet

Holger Luhmann
·Lesedauer: 3 Min.

Nach einer Stunde brachte Trainer Edin Terzic seinen Youngster Youssoufa Moukoko.

Da lag Borussia Dortmund beim SC Freiburg schon 0:2 im Hintertreffen.

Wooyeong Jeong hatte die Freiburger in der 49. Minute mit einem Distanzschuss in Führung gebracht. Nur drei Minuten später erhöhte Jonathan Schmid und ließ BVB-Torhüter Marwin Hitz alles andere als gut aussehen. Schmids Schuss von der rechten Strafraumgrenze aufs kurze Eck prallte vom Pfosten gegen Hitz' Unterarm und von dort ins Tor.

Hitz patzt und befeuert Torwartdiskussion

Der Gegentreffer wird die Torwartdiskussion bei der Borussia zusätzlich befeuern. Roman Bürki, der zurzeit mit Schulterproblemen ausfällt, hatte vor seiner Verletzung nicht gerade überzeugt. Nun patzte auch Hitz, den Terzic nach SPORT1-Informationen eigentlich als neuen Stammtorhüter auserkoren hat. Aus zwei mach null - den Dortmundern fehlt eine unangefochtene Nummer eins.

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Doch zurück zu Moukoko. Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung traf er zunächst den Außenpfosten. In der 76. Minute schließlich erzielte Moukoko auf Vorarbeit von Erling Haaland das 1:2. Nach seinem Rekordtor als jüngster Bundesligaschütze war es das zweite Tor für den 16-Jährigen in Deutschlands höchster Spielklasse. Wie vor ein paar Wochen bei der Niederlage bei Union Berlin reichte es auch diesmal jedoch nur zu Ergebniskosmetik. (Service: Ergebnisse und Spielplan)

Was auffiel: Moukoko war der einzige Borusse in Freiburg, der so richtig zündete. Er, der 16-Jährige, riss eine nach dem Rückstand verunsicherte und teilweise wie gelähmt auftretende Mannschaft voller Superstars noch einmal mit.

Nur einen Sieg haben die Dortmunder in den vergangenen fünf Bundesligaspielen gefeiert – stattdessen drei Niederlagen kassiert. Den Meistertitel, vor der Saison noch das ausgegebene Ziel, kann die Borussia längst abhaken. Sogar das Minimalziel, die Qualifikation für die Champions League, gerät immer mehr in akute Gefahr. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Hummels spricht sich für Terzic aus

Und dennoch wollten die gestandenen Profis Mats Hummels und Emre Can nach dem Spiel bei Sky nicht den Stab über die eigene Mannschaft brechen.

"Kämpferisch haben wir uns nichts vorzuwerfen. Wir investieren viel mehr als in den vergangenen Wochen. Es tut weh, denn es ist doch nicht so, dass der Gegner besser war", sagte Abwehrchef Hummels, der nach überstandenen Knieproblemen wieder zur Verfügung stand.

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Ende 2020 hatte Hummels, damals noch unter Trainer Lucien Favre, die eigenen Mitspieler öffentlich scharf gerügt, nun äußerte er sich versöhnlicher und sprach sich ausdrücklich für den aktuellen Trainer Terzic aus: "Seitdem Edin als Cheftrainer arbeitet, sind sehr viele Dinge sehr viel besser geworden – nur die Ergebnisse stimmen leider nicht."

Auch Emre Can haderte: "Wir verlieren immer ähnlich. Es war kein schlechtes Spiel von uns, wir haben wenig zugelassen. Bei uns geht der Ball an die Latte, bei denen geht er rein", sagte Can, unterstrich aber zumindest die brenzlige Situation: "Der Umschwung muss ganz schnell kommen. Ich kann mir nicht vorstellen, mit dem BVB nächste Saison nicht international zu spielen."

Ähnliche Forderungen hat man von den Profis und Verantwortlichen der Borussia in den vergangenen Wochen häufig gehört. Der Trend geht eher in die falsche Richtung. Das Schreckensszenario einer verpassten Champions-League-Teilnahme nimmt immer realistischere Züge an.

Moukoko wäre in der Nachspielzeit übrigens beinahe noch der Ausgleich gelungen. Es wäre bezeichnend gewesen für die schwarz-gelbe Gemengelage, aber vielleicht auch des Guten etwas zu viel. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)