Buy-the-Dip: Keine gute Strategie mehr – Punkt oder Fragezeichen?

·Lesedauer: 3 Min.
wachsender Chart Wachstumsaktien Krise Aktien DAX Inflation
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Buy-the-Dip ist insbesondere in den USA eine beliebte Strategie. Im Endeffekt besagt das einfach bloß, dass man als Investor kleinere Korrekturen bei starken Aktien kaufen sollte. Vielleicht bei Kandidaten, die unaufhörlich steigen. Oder aber Qualitätsaktien, bei denen man lange auf einen günstigeren Einstieg gewartet hat.

Natürlich empfiehlt sich ein Buy-the-Dip nicht immer. Aber es ist auch eine Foolishe Strategie, um hin und wieder mal eine Aktie günstig nachzukaufen. Wobei wir natürlich auch gerne auf Siegeraktien setzen, wenn das Potenzial langfristig orientiert nicht ausgereizt ist.

Allerdings könnte diese Strategie jetzt nicht mehr gefragt sein. Das meinst zumindest ein US-amerikanischer Analyst. Riskieren wir einen Blick auf seine These. Sowie darauf, wie wir als Foolishe Investoren dazu stehen sollten.

Buy-the-Dip: Keine gute Strategie mehr?

Genauer gesagt handelt es sich um einen Analysten aus dem Hause der Bank of America, der jetzt die Buy-the-Dip-Mentalität kritisierte. Seiner Ansicht nach gebe es warnende Anzeichen an dieser Stelle. So hätten Investoren zuletzt Mittelzuflüsse bei US-Aktien im Umfang von 5,9 Mrd. US-Dollar gehabt. Ein sehr deutlicher Zuwachs.

Tatsächlich handele es sich hierbei um einen Zuwachs auf Wochenbasis, der der höchste seit dem Jahre 2008 gewesen sei. Die vermeintlichen Schnäppchenjäger, die einem klassischen Buy-the-Dip-Schema folgten, seien möglicherweise sogar euphorisch. Und in der Euphorie wächst bekanntlich der Zweifel und damit verbunden auch eine Korrektur oder ein Crash.

Sollte man als Investor daher diese aktuell günstigeren Niveaus verstreichen lassen? Kippt vielleicht nach dieser letzten Schnäppchenjagd die Stimmung? Im Endeffekt kann auch dieser Analyst natürlich nur seine Meinung vertreten. Eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Thematik ist jedoch allemal ratsam.

Kurzfristig vs. langfristig, unternehmensorientiert, Stimmung

Lass uns dabei auf drei verschiedene Faktoren eingehen. Zum einen sollte man als Investor, der einen Buy-the-Dip-Ansatz jetzt vielleicht wählt, überlegen, wie lange man investiert. Ist dein Horizont eher auf einzelne Jahre begrenzt? Oder möchtest du idealerweise über ein Jahrzehnt oder länger investieren? Wenn Letzteres der Fall ist, könnte die eher kurz- und mittelfristige Prognose des Analysten der Bank of America für dich weniger relevant sein.

Auch wenn du ein unternehmensorientierter Investor bist. Im Endeffekt zahlt sich das Investieren in Aktien hoher Qualität über lange Zeiträume stets aus. Geht beispielsweise ein beständiges Wachstum weiter, spricht wenig gegen starke Renditen über Jahre hinweg. Qualität setzt sich durch, egal, was der breite Markt macht.

Kommen wir nun zur Stimmung, was die Kritik am Buy-the-Dip-Ansatz angeht. Natürlich könnten 5,9 Mrd. US-Dollar investiert auf Wochenbasis ein Indikator für ein hohes Interesse an der Börse sein. Aber Euphorie? DAX, S&P 500 und Co. notieren zwar hoch. Mit Blick auf Evergrande, COVID-19 und andere Belastungsfaktoren ist meine Stimmungslage wenn überhaupt vorsichtig optimistisch. Doch ist auch das etwas, das wir natürlich besser im Nachhinein beurteilen können.

Der Artikel Buy-the-Dip: Keine gute Strategie mehr – Punkt oder Fragezeichen? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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