Busunglück mit 18 Toten: Ermittlungen zu Unfallursache

Nach einem schweren Busunfall am Morgen auf der A9 in Oberfranken, in der Nähe der Ortschaft Stammbach, haben Forensiker erste Todesopfer geborgen und identifiziert. Bei einer der Leichen handle es sich um einen der beiden Busfahrer. Sein Kollege habe das Unglück überlebt.

Nach Polizeiangaben war der Reisebus um etwa 7 Uhr bei sich stauendem Verkehr auf einen vorausfahrenden Sattelschlepper aufgefahren. Wenig später ging der Bus in Flammen auf. Die Ermittlungen zur Unfallursache wurden aufgenommen. Der Leiter Unfallforschung der Versicherer, Siegfried Brockmann, sagte gegenüber dem BR, es sei denkbar, dass das Feuer an Bord ausgebrochen sei und das Fahrzeug anschließend auf den LKW auffuhr.

An Bord des Reisebusses befanden sich 46 Fahrgäste und zwei Busfahrer. 30 Personen konnten sich ins Freie retten, einige wurden allerdings schwer verletzt. Mindestens zwei Personen schweben in Lebensgefahr. Die verbleibenden Personen sind nach Angaben der Polizei in dem brennenden Reisebus ums Leben gekommen.

#BuBraMüb Inzwischen steht fest, dass alle 18 vermissten Businsassen bei dem Unglück ums Leben gekommen sind.— Polizei Oberfranken (@PolizeiOFR) July 3, 2017

Bei den Passagieren handelt es sich nach Angaben der Polizei um eine Senioren-Reisegruppe, die mehrheitlich aus Sachsen stamme. Darunter seien Männer und Frauen im Alter von 41 bis 81 Jahren gewesen.

Vier Brandenburger, die in dem verunglückten Bus saßen, haben das Unglück überlebt. Das teilte das Innenministerium des Landes in Potsdam mit. Die Brandenburger waren am Montagmorgen in Senftenberg zugestiegen. Sie seien nun alle in Krankenhäusern.

Riesiger Rettungseinsatz

Etwa 200 Einsatzkräfte der Rettungsdienste, Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und der Polizei Oberfranken sind vor Ort. Es waren auch mehrere Rettungshubschrauber im Einsatz. Die A9 wird in Fahrtrichtung Süden über den ganzen Tag komplett gesperrt bleiben. Die Fahrbahn in Richtung Norden ist für den Verkehr wieder freigegeben.

Auf Bildern vom Unfallort war der völlig ausgebrannte Bus zu sehen.

Zur Bergung und Identifizierung der Leichen sind Spezialisten der Rechtsmedizin und des Bundeskriminalamts angefordert. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Hof ist auch ein Sachverständiger vor Ort und unterstützt die Beamten der Verkehrspolizei Hof bei der Klärung zur Unfallursache.

“Unverantwortliches Verhalten”

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) waren nach dem schweren Reisebusunfall an die Unfallstelle gekommen. Hermann sagte im Rahmen einer Pressekonferenz, es habe Probleme gegeben, eine Rettungsgasse zu bilden. Er kritisierte das “unverantwortliche Verhalten von Autofahrern”.

Für Angehörige ist die Telefonnummer 0800/7766350 geschaltet.

Bundeskanzlerin Angela Merkels Stellungnahme zu dem Unfall

Kanzlerin #Merkel zum schweren Busunglück auf der A9 bei #Münchberg in Oberfranken: pic.twitter.com/jFMCH3JFPj— Steffen Seibert (@RegSprecher) July 3, 2017