Nach Business-Insider-Artikel: Inspekteur des Sanitätsdienstes warnt Verteidigungsministerin per Brief

Lars Petersen
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Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner
Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner

Die Exklusiv-Enthüllung von Business Insider über Pläne von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Generalinspekteur Eberhard Zorn, den Sanitätsdienst und die Streitkräftebasis als eigene Organisationsbereiche der Bundeswehr aufzulösen, sorgen weiter für Aufregung in der Truppe.

So hat offenbar Generaloberstabsarzt Ulrich Baumgärtner, als Inspekteur des Sanitätsdienstes der oberste Soldaten-Arzt der Bundeswehr, einen Brandbrief an Kramp-Karrenbauer geschrieben (liegt Business Insider vor.

Mit Verweis auf den Artikel von Business Insider von Mittwoch schreibt Baumgärtner am Donnerstag: "Mit Betroffenheit habe ich den gestrigen Presseartikel über die Pläne des Ministeriums zur zeitnahen Strukturänderung der Bundeswehr zur Kenntnis genommen". Die Zerschlagung des Sanitätsdienstes, in dem allein rund 20.000 Soldaten organisiert sind, "lässt mich mit Sorge auf die Zukunft der Gesundheitsversorgung unser Soldatinnen und Soldaten im In- und Ausland blicken", warnt Baumgärtner.

Der Arzt, seit fast drei Jahren Inspekteur, fürchtet nach eigenen Worten einen "Verlust von Effizienz, Qualität in der Versorgung, Attraktivität für den Nachwuchs und Vertrauen der Angehörigen des Sanitätsdienstes in die Führung". Gerade die einheitliche Führung durch einen Sanitätschef habe dazu geführt, dass der Sanitätsdienst einer der "leistungsfähigsten und effizientesten Sanitätsdienstes im Bündnis, wenn nicht gar weltweit geführt".

Baumgärtner führt weitere Punkte an, weshalb für ihn eine Auflösung des Sanitätsdienstes als eigenständiger Organisationsbereich negative Folgen habe. Business Insider dokumentiert das gesamte Schreiben:

Nach Informationen von Business Insider hatte Baumgärtner nach dem Brief am Donnerstag ein Gespräch mit Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer. Dem Vernehmen nach soll er aber wie schon bei Generalinspekteur Eberhard Zorn mit seinen Einwänden nicht durchgedrungen sein.