Bußgeld: Tiroler nannte Polizisten auf Facebook „Schlümpfe“

Ist „Schlumpf“ ein Schimpfwort? (Bild: Getty Images)

Diffamierung oder harmloser Scherz? Ein Tiroler hat auf Facebook Polizisten als „Schlümpfe“ bezeichnet. Dafür droht dem Mann nun ein saftiges Bußgeld.

„Richtung Innsbruck stehen zwei Schlümpfe mit Laser, die auf nette Kundschaft warten“ – diese Warnung könnte einem Tiroler teuer zu stehen kommen. Der Mann hatte Freunde und Bekannte auf Facebook über eine Radarfalle informiert. Einige Stunden später postete der Österreicher erneut eine Warnung, wieder mit Bezug auf die blauhäutigen Comic-Figuren: „Von Innsbruck aufwärts stehen zwei Schlümpfe vorm Shell und machen Fotos, bitte lächeln mit einem Smiley.“ Jetzt soll der Tiroler wegen „Diffamierung“ 160 Euro Strafe zahlen – oder wahlweise sechs Tage und vier Stunden Ersatzarrest leisten. Das berichtete die „Tiroler Tageszeitung“. Ein Polizeisprecher bestätigte der Nachrichtenagentur APA den Sachverhalt, wie die Tageszeitung „Der Standard“ online berichtete.

Die Polizisten waren von der Bezeichnung nicht begeistert. (Bild: Ap Photo)

Der konkrete Grund: Die Ordnungshüter fanden die Wortwahl des Tirolers gar nicht witzig. Sie sahen durch das „Diffamieren von zwei Polizisten den öffentlichen Anstand verletzt“, zitierte die „Tiroler Tageszeitung“ aus dem ersten Strafbescheid. „Dieses Verhalten konnte von mehreren Personen wahrgenommen werden“, wurde demnach die Höhe des Bußgelds von 80 Euro gerechtfertigt. Für die zweite Warnung gab es ebenfalls einen Strafbescheid über 80 Euro. Begründung: „Wiederholtes Diffamieren von zwei Polizeibeamten.“

Der Mann aus dem Raum Innsbruck kann die Empörung nicht nachvollziehen. Die Bezeichnung „Schlümpfe“ sei ja kein Schimpfwort, sondern vielmehr ein harmloser Scherz, sagte er dem Blatt. Der Tiroler, der anonym bleiben möchte, erwägt nun, einen Anwalt einzuschalten. Zunächst aber will er es mit einem – dieses Mal direkten – Gespräch versuchen. „Ich werde demnächst zur Polizeidirektion in Innsbruck fahren und mal reden. Vielleicht lässt sich ja etwas machen“, zeigte er sich hoffnungsfroh.