Bußgeld-Fall um demenzkranken Rentner eskaliert

35 Euro Strafe fürs Ausruhen an einer Bushaltestelle (Bild: Getty Images)

In Düsseldorf bekam ein demenzkranker Rentner, der mit seinem Hund spazieren ging und sich zum Verschnaufen in eine Bushaltestelle setzte, ein Bußgeld von 35 Euro. Zunächst war die Empörung verständlicherweise groß. Mittlerweile ist das Ausmaß aber bedenklich.

Natürlich war es absurd, einem 86-jährigen Demenzkranken einen Bußgeldbescheid von 35 Euro aufs Auge zu drücken, weil er an einer Bushaltestelle Rast gemacht hatte. Die “Bild“ hatte den Fall publik gemacht und eine wahre Empörungswelle losgetreten. Wie das Blatt jetzt berichtet, gab es mittlerweile sogar eine Morddrohung gegen das Düsseldorfer Ordnungsamt. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

In der “Bild“ äußert sich der Ordnungsdezernent Christian Zaum. Hinsichtlich des Bußgeldes sprach er von einem “bedauerlichen Fehler“. Der Rentner hätte das Geld nicht bezahlen müssen und hätte bereits einen Entschuldigungsbrief von ihm erhalten. Er zeigte sich aber entsetzt darüber, dass fremde Menschen damit drohten, seine Mitarbeiter “abzustechen“.

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Und er erklärte, warum das Ordnungsamt überhaupt am Bahnhof präsent ist: “Wir haben rund um den Hauptbahnhof tausende Beschwerden von Bürgern, die sich da teilweise nicht mehr trauen, auf ihre Bahn zu warten.“ Da es dort auch eine kriminelle Szene gebe und Wartende immer wieder von Betrunkenen angepöbelt würden, wären die Beamten unterwegs, um verdächtige Leute anzusprechen. Verwarngelder wären die absolute Ausnahme.

An der Bushaltestelle wolle sich der Rentner aber nicht mehr ausruhen. “Ich habe die Schnauze voll”, sagt er. Seine Frau erklärte allerdings der “Bild“, dass sie ihn wegen seiner Demenzerkrankung nun immer an den Vorfall erinnern müsse. “Immer bevor er jetzt mit un­se­rem Hund Gassi geht, sage ich ihm: ‘Setz dich dort nicht hin, das kos­tet 35 Euro.‘“