Schröder versöhnt sich mit Kult-Kommentator

Es war ein Basketball-Fest der deutschen Nationalmannschaft um Kapitän Dennis Schröder.

Die Sensation im EM-Viertelfinale gegen Favorit Griechenland (107:96) machte Lust auf mehr - und produzierte Abseits des rein Sportlichen auch noch einen ganz anderen Hype. (NEWS: Alles zur Basketball-EM)

Der war medial und trug den Namen Frank Buschmann. Elf Jahre nach seinem letzten Einsatz bei einem Basketball-Großereignis hatte der Kult-Kommentator völlig überraschend im Free-TV wieder zum Mikro gegriffen. (STIMMEN: „Schröder wollte meine Kreditkarte“)

Und dieses Comeback nutzte Dennis Schröder für ein besonderes Kompliment. Einen Tag nach dem deutschen Coup postete der 28-Jährige in seiner Instagram-Story ein Bild von sich und Buschmann, wie sie sich die Hand geben - ein Zeichen der Versöhnung zwischen Deutschlands Basketball-Star und dem Kult-Kommentator.

„Anfangs wurde ich hart von diesem Mann kritisiert, weil er einen falschen Eindruck von mir hatte“, begann Schröder seinen Text zu dem Bild und verwies auf frühere Kommentare Buschmanns gegen Schröder.

Bei der EM 2015 hatte Buschmann unter anderem gesagt: „Er (Schröder, Anm. d. Red.) hat unfassbare Skills. Unfassbare Qualitäten. Ist aber von einem Leadership im Moment noch so weit entfernt wie der Mars von der Erde.“ Zudem äußerte der TV-Kommentator, dass Schröder dringend jemanden brauche, der ihn bei der Hand nimmt „und sagt, was außerhalb dessen, was auf dem Parkett passiert, wichtig und elementar ist“.

Nun also die Versöhnung. „Es war einfach an der Zeit, Abbitte zu leisten! Leadership!“, wies Buschmann via Instagram noch am Dienstag auf seine öffentliche Entschuldigung in seinem Podcast LAUSCHANGRIFF hin.

Schröder würdigte seinen einstigen Kritiker dafür, dass dieser nun die Größe besitze, „seine eigenen Aussagen persönlich zu revidieren“. Er beendete seinen Post mit „Respekt Buschmann“ und der Wortschöpfung „Germeinsam“ (aus Germany und Gemeinsam).

Basketball-Comeback: Buschmann sprüht vor Emotionen

Vor dieser Versöhnung hatte der 57-Jährige bei seinem Comeback in der ihm eigenen Art einmal mehr vor Leidenschaft und Emotionen gesprüht, nachdem RTL am Dienstag erst kurzfristig eine Sublizenz für das Spiel vom Streaming-Dienst MagentaSport erworben hatte.

Ein TV-Coup, der sich gelohnt hat - nicht nur für RTL, das eine Quote von in der Spitze rund 2,5 Millionen Zuschauern feierte. (SERVICE: Alle Spiele der Basketball-EM im SPORT1-Liveticker)

Auch für Buschmann, einst auch für SPORT1 viele Jahre im Einsatz, war es eine ebenso fulminante Rückkehr.

Der Routinier und frühere Zweitliga-Basketballer (BG Hagen), der seine Berichterstattung von der deutschen Nationalmannschaft nach der EM 2011 mit der Begründung aufgegeben hatte, zu sehr Fan des Teams zu sein, avancierte während und nach der Übertragung zeitweilig zum eigentlichen Thema.

Basketball-EM: Buschmann-Comeback in aller Munde

Der Moderator mit dem Spitznamen „Buschi“, der aktuell bei Sky als Fußball-Kommentator sowie bei RTL als Moderator von Unterhaltungsformaten (u.a. Murmel Mania, Ninja Warrior Germany) tätig ist, trendete bei Twitter- und beschäftigte auch sonst die Social-Media-Community.

Allerdings: Wie so oft schon in der Vergangenheit begeisterte und polarisierte Buschmann dabei gleichermaßen. (SERVICE: Alle Spiele und Ergebnisse der Basketball-EM)

An Buschmann scheiden sich weiter die Geister

Buschmann war auch in diesem Spiel wie immer Buschmann. (SERVICE: Das sind die größten Stars der Basketball-EM)

Während sich die Nostalgiker und auch manch neu gewonnener Basketball-Fan daran erfreuten, setzte es von anderen Kritik wegen der sehr emotionalen Art des Routiniers.

Zumal Buschmann auch schon einmal überdrehen kann. So entfuhr ihm im 1-zu-1-Duell von Franz Wagner mit dessen griechischem Gegenspieler: „Jetzt denkt er sich, dir halbem Hähnchen zeige ich‘s“

Eine möglicherweise falsch zu verstehende Emotion, wofür er sich aber wenig später live im TV entschuldigte. (HINTERGRUND: Schröder „erbärmlich“: Grieche tobt)

„Ich habe schon gelernt, dass man mit der Sprache manchmal etwas vorsichtig sein sollte. Deswegen habe ich das korrigiert, auch wenn ich nicht dazu neige, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen“ sagte er danach auch im Gespräch mit SPORT1.

RTL erhört Buschmann - und zeigt auch Halbfinale

Apropos live - und auch das ist typisch Buschmann: Der Vollblut-Reporter nutzte die große TV-Bühne bei der Heim-EM in Berlin zudem, um noch während der Übertragung dezenten Druck auf seinen Sender RTL auszuüben. (SERVICE: Die Gruppen und Tabellen der Basketball-EM)

„Sag‘ mal, machen wir eigentlich von RTL, wenn die heute gewinnen, das Halbfinale am Freitag auch?“, hatte er zu Co-Kommentator und Deutschlands Rekord-Nationalspieler Patrick Femerling (221 Länderspiele) gesagt.

Er gab sich die für ihn logische Antwort direkt selbst: „Das kann ja gar nicht anders sein. Die Leute verlieben sich in Wagner, in Schröder, in Lo, in die deutsche Basketball-Nationalmannschaft. Und so eine Liebe, die kannst du ja nicht trennen.“

Um dann noch anzufügen: „Das ist ein Aufruf an die Programmdirektion von RTL!“

Deutschland gegen Spanien wieder mit Buschmann

Der Appell fruchtete. Am Freitag (ab 20.15 Uhr im LIVETICKER) wird der Sender auch das deutsche EM-Halbfinale gegen Spanien zeigen. Mit gleichem Personal am Mikrofon.

Dass sich an seiner Person dann einmal mehr die Geister scheiden mögen, dürfte Buschmann wenig verwundern geschweige bewegen.

Hauptsache, es wird erneut ein Basketball-Fest ...