In Burggraben-Aktien investieren: Darauf kommt es an

Der Mont Saint Michel in Frankreich verfügt über einen riesigen natürlichen Burggraben: Ebbe und Flut
Der Mont Saint Michel in Frankreich verfügt über einen riesigen natürlichen Burggraben: Ebbe und Flut

Warren Buffett hat den Begriff der Burggraben-Aktien geprägt. Während ein echter Burggraben eine Burg vor Angreifern schützt, schützt ein ökonomischer Burggraben ein Unternehmen vor der Konkurrenz. Die resultierende starke Marktstellung ermöglicht es Unternehmen oft, besonders erfolgreich zu sein. Entsprechend beliebt sind Aktien mit tiefen Burggräben. Wir schauen darauf, ob sich Investments in entsprechende Aktien lohnen und wie man gute Burggraben-Aktien findet.

Outperformance von Burggraben-Aktien

Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway ist das beste Beispiel dafür, dass sich Investitionen in Aktien mit tiefen Burggräben auf lange Sicht auszahlen können. Investitionen in Unternehmen mit tiefen Burggräben wie Coca-Cola oder American Express verhalfen Buffett zu einer langjährigen Outperformance gegenüber dem breiten Aktienmarkt.

Auch ETFs, die speziell auf Burggraben-Aktien setzen, untermauern den Erfolg dieser Strategie. Der VanEck Morningstar US Sustainable Wide Moat UCITS ETF schnitt seit seiner Auflage im Oktober 2015 ebenfalls besser ab als der S&P 500 (Stand aller Angaben: 27.04.23).

Arten von Burggräben

Eine Anlage in Burggraben-Aktien kann sich also lohnen. Doch wie erkenne ich einen echten ökonomischen Burggraben? Ich finde, dass man die folgenden Arten von Burggräben unterscheiden kann.

  • Einzigartige Vermögenswerte
    Coca-Cola ist ein klassisches Beispiel für diesen Burggraben. Die starke Marke sowie das spezielle Rezept schützen das Unternehmen vor der Konkurrenz. Patente von Pharmaunternehmen, Content von Entertainmentkonzernen oder spezielle Genehmigungen zählen ebenfalls zu dieser Kategorie.

  • Kostenvorteile
    Die Supermarktkette Aldi ist weniger aufgrund ihrer Marke, sondern vielmehr aufgrund ihrer günstigen Preise erfolgreich. Gleiches gilt für die chinesische Solarindustrie. Kostenvorteile, die oft durch Skaleneffekte erzielt werden, bilden einen Schutz vor der Konkurrenz.

  • Netzwerkeffekte
    Der klassische Burggraben, den viele „Internet-Unternehmen“ mit starkem Wachstum möglichst schnell aufbauen möchten. Je mehr Menschen eine Plattform nutzen, desto wertvoller wird diese Plattform für alle Nutzer. Meta Platforms (mit den Plattformen Facebook, Instagram und WhatsApp), Pinterest, aber auch Zalando sind klassische Beispiele.

  • Wechselkosten
    Gerade im Software-Bereich sind hohe Wechselkosten ein nicht zu unterschätzender Burggraben. Unzählige Unternehmen nutzen die ERP-Software von SAP. Meiner persönlichen Erfahrung nach sind die meisten Nutzer unzufrieden mit der Software. Dennoch wechselt kaum ein Unternehmen zu einem anderen ERP-System. Denn der Aufwand wäre immens, die Wechselkosten zu hoch.

Spannende Burggraben-Aktien

Diese Arten von Burggräben kann man schön als Checkliste zum Aufspüren echter Burggraben-Aktien nutzen. Dabei kann ein Unternehmen durchaus über mehrere dieser Faktoren gleichzeitig verfügen.

Ein Unternehmen mit einem offensichtlichen Burggraben ist Fraport (WKN: 577330). Das Unternehmen besitzt und betreibt Flughäfen, die einzigartige Vermögenswerte darstellen. Wer von Frankfurt aus in die Welt fliegen will, muss den von Fraport betriebenen Frankfurter Flughafen nutzen. Ein zweiter Flughafen würde wohl kaum genehmigt werden. Neben dem größten deutschen Flughafen ist der Konzern noch an einer Reihe weiterer Flughäfen unter anderem in Slowenien, Brasilien, Peru und Griechenland beteiligt und profitiert so vom langfristigen Anstieg des globalen Flugaufkommens.

Auch Apple (WKN: 865985), das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt, verfügt über eine Reihe von Burggräben. Mit der wertvollsten Marke der Welt sowie unzähligen Patenten besitzt Apple definitiv einzigartige Vermögenswerte, die nicht einfach von der Konkurrenz kopiert werden können. Über 1,7 Mrd. iPhone-Nutzer sorgen für Netzwerkeffekte, die zum Beispiel bei Apple Pay oder dem Apple Store deutlich werden. Auch die Wechselkosten hin zu einem Smartphone eines anderen Herstellers sind für mich als iPhone-Nutzer hoch. Darüber hinaus kann Apple aufgrund seiner immensen Größe auch von Skaleneffekten und Kostenvorteilen profitieren. Eine echte Burggraben-Aktie!

Der Artikel In Burggraben-Aktien investieren: Darauf kommt es an ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

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Hendrik Vanheiden besitzt Aktien von Apple, Meta Plattforms und Pinterest. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Apple, Berkshire Hathaway, Meta Platforms, Pinterest, SAP und Zalando.

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