Bundeswirtschaftsministerium bezeichnet fehlende Turbine in "Nordstream 1" als "Vorwand"

Die Bundesregierung hat die russische Begründung für die Unterbrechung der Gaslieferungen angezweifelt. Dass der Lieferstopp an einer fehlenden Turbine liege, sei ein "Vorwand der russischen Seite", sagte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums am Mittwoch in Berlin.

Es habe keinen technischen Grund dafür gegeben, die Lieferung auf 40 Prozent zu reduzieren, sagte sie. Für diese Lieferung sei diese Turbine nicht notwendig gewesen. Auch gebe es keinen Anhaltspunkt dafür, dass die Turbine nun unmittelbar gebraucht werde.

Sie gehe davon aus, dass nach der Überprüfung der Pipeline das Gas wieder in vollem Umfang fließen werde, sagte die Sprecherin. Gazprom sei vertraglich zur Lieferung von Gas verpflichtet, ergänzte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann.

Nach Deutschland fließt seit dem 11. Juli kaum noch russisches Gas, weil die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb ist. Es wird befürchtet, dass Gazprom auch nach Beendigung der Arbeiten, deren Dauer Berlin mit etwa zehn Tagen veranschlagt, den Gashahn geschlossen halten könnte.

Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte am Dienstag, dass Gazprom seine Verpflichtungen "in vollem Umfang" erfüllen werde. Zugleich drohte er aber mit einer weiteren Drosselung der Lieferungen: Sollte die Turbine nicht in Russland eintreffen, könnten nur noch 30 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag geliefert werden, sagte Putin.

ald/pw

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