Bundesverwaltungsgericht gibt grünes Licht für Ausbau der "Dresdner Bahn" in Berlin

Nach fast 20-jährigem Streit hat das Bundesverwaltungsgericht endgültig grünes Licht für den Ausbau der "Dresdner Bahn" in Berlin gegeben. Über den umstrittenen Streckenabschnitt soll der "Airport-Express" zum Flughafen BER fahren

Nach fast 20-jährigem Streit hat das Bundesverwaltungsgericht endgültig grünes Licht für den Ausbau der "Dresdner Bahn" in Berlin gegeben. Wie das Gericht am Donnerstag in Leipzig mitteilte, wurden mehrere Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss von 2015 abgewiesen. Umstritten war vor allem ein 2,5 Kilometer langer Abschnitt im Ortsteil Lichtenrade, der auch für eine schnelle Bahnanbindung des künftigen Großflughafens BER benötigt wird. (Az: 3 A 1.16)

Das Gericht entschied nun, die Planfeststellung sei trotz einiger nachträglicher Änderungen nicht zu beanstanden. Insbesondere ließen diese "keine zusätzlichen oder anderen erheblichen Umweltauswirkungen erwarten". Auch die Anwendung des inzwischen abgeschafften sogenannten "Schienenbonus", der für Bahnstrecken höhere Lärmemissionen zuließ, sei zum damaligen Zeitpunkt korrekt gewesen.

Geklagt hatten die Eigentümer mehrerer Wohnhäuser in der Nähe der Trasse sowie ein Umweltverband. Die Anwohner hatten verlangt, einen Teil der Strecke in einen Tunnel zu verlegen, um den Lärm zu vermindern. Dies jedoch "dränge sich nicht als vorzugswürdige Lösung auf", entschied nun letztinstanzlich das Gericht. Der Anwohnerschutz sei auch so gemäß den gesetzlichen Vorschriften gewährleistet.

Die 1875 entstandene, einstige Hauptstrecke Berlin-Dresden war nach Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges nur teilweise wieder hergestellt worden. Durch Lichtenrade verläuft derzeit nur ein eingleisiger, ausschließlich von S-Bahnen befahrener Abschnitt; Fern- und Regionalzüge werden über eine andere, längere Trasse geleitet.

Die Deutsche Bahn begrüßte die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts. Vorgesehen ist nun der Bau von zwei zusätzlichen, elektrifizierten Gleisen für den Fern-, Nah- und Güterverkehr. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, sollen nach dem Gerichtsentscheid "noch in diesem Jahr bauvorbereitende Maßnahmen beginnen".

Der "Airport-Express" soll den Berliner Hauptbahnhof im Viertelstundentakt in 20 Minuten Fahrzeit mit dem BER verbinden, wenn der Flughafen fertiggestellt ist. Zudem soll die Ausbaustrecke Teil des transeuropäischen Fernverkehrsnetzes werden. Nach dem für Mitte des nächsten Jahrzehnts angestrebten Abschluss der Bauarbeiten soll sich die Fahrzeit von Berlin nach Dresden von derzeit knapp zwei Stunden auf 80 Minuten verkürzen. Auch die Verbindung von Berlin nach Prag, Wien und Budapest würde damit entsprechend schneller.