Bundestrainer Hansi Flick: Schicksalsschlag ließ ihn umdenken

picture alliance/dpa | Joerg Carstensen

Hansi Flick (57) hat ein Buch geschrieben, in dem er ein für einen Fußballbundestrainer erstaunliches Fazit zieht: Es gibt wichtigeres als Fußball.

“Tränen in den Augen”

Nun könnte man meinen, dass sich im Leben eines Erfolgstrainers, der sich gerade auf die WM in Katar vorbereitet, alles ums runde Leder dreht. Aber auch ein Trainer hat Freunde und Familie und wird auch von Schicksalsschlägen nicht verschont. In dem Buch 'Im Moment – Über Erfolg, die Schönheit des Spiels und was im Leben wirklich zählt', das am 20. September erscheint, beschreibt der gebürtige Heidelberger, wie 2010 erst die Frau seines besten Freundes stirbt und kurze Zeit später bei seiner Frau Silke Brustkrebs diagnostiziert wurde. Sie hat es zum Glück überlebt, aber die Zeit hinterließ Spuren: "Meine Frau bewundere ich bis heute dafür, mit welcher Stärke und inneren Ruhe sie die schwierige Situation meisterte", heißt es im Buch, aus welchem 'Bild' vorab Ausschnitte veröffentlichte. "Ich lag abends deutlich häufiger mit Tränen in den Augen im Bett, als es bei ihr der Fall war."

Hansi Flick stellt sich dem Tod

Diese Erfahrung hat Hansi Flicks Einstellung zum Tod geändert. Für ihn führt die Auseinandersetzung damit zu einer "bewussteren Lebensart". Und die Angst um seine Frau hat ihn entscheidende Dinge gelehrt: "Ich nehme sportliche Niederlagen nicht mehr ganz so persönlich, kann sie anders als früher einordnen, weil ich gelernt habe: Es gibt Dinge, die größer und wichtiger sind als Fußball." Das muss man sich als Fußballfan in zwei Monaten auch immer wieder sagen, sollte die deutsche Mannschaft bei der WM nicht brillieren. An Hansi Flick wird es dann wohl nicht liegen, denn der befindet sich laut 'SZ' nun "absolut im WM-Modus" und tut alles, damit es trotz des absurden Turniers im Wüstenstaat eine Erfolgsgeschichte wird.

Bild: picture alliance/dpa | Joerg Carstensen