Bundestagswahl: Sigmar Gabriel sieht die SPD nicht als Sieger – oder doch?

Der Außenminister machte unterschiedliche Aussagen in der Öffentlichkeit.

Sigmar Gabriel musste am Donnerstag eine scharfe Kurve nehmen. Neudeutsch spricht man gern von einer Lernkurve. Der sozialdemokratische Außenminister und Noch-Vizekanzler sagte, das Rennen um das Kanzleramt sei trotz des großen Rückstands der SPD in den Umfragen „völlig offen“. „Fast 50 Prozent der Menschen sind noch nicht entschieden. Fast 20 Millionen Menschen wollen sich das TV-Duell am kommenden Sonntag ansehen. Und ich weiß, dass Martin Schulz dort seine Chance vor einem Millionenpublikum nutzen wird.“

Am Mittwochabend hatte sich das noch ganz anders angehört. Da hatte Gabriel in einem online übertragenen Spiegel-Interview erklärt: „Eine große Koalition ist deshalb nicht sinnvoll, weil damit die SPD nicht den Kanzler stellen kann.“ Denn den Kanzler könnte die SPD in einer großen Koalition nur dann stellen, wenn sie stärker als die Union wird. Weil auch die Option Rot-Rot-Grün mit etwa zehn Prozentpunkten Rückstand außer Reichweite liegt, hieß die Botschaft des ehemaligen Parteivorsitzenden übersetzt so viel wie: Wir geben auf.

Kritische Stimmen ließen nicht lange auf sich warten. „Wir kämpfen dafür, Frau Merkel als Bundeskanzlerin abzulösen“, sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner dieser Zeitung. „Das tun wir bis zum 24. September, 18 Uhr.“ Der Spitzenkandidat der Linken, Dietmar Bartsch, unterstrich: „Sigmar Gabriel benennt die Fakten, für die er wesentliche Verantwortung...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung