Bundestagswahl: Kölner AfD-Abgeordnete gehören keinem Flügel an

Die AfD schickt zwei Kölner Anwälte nach Berlin.

Zwei Kölner werden für die AfD im künftigen Bundestag sitzen. Fabian Jacobi und Jochen Haug eilten am Nachwahltag nach Berlin, um dort an der Formierung der Bundestagsfraktion mitzuwirken und dann Zeuge des furiosen Abgangs von Frauke Petry zu werden. Doch wer sind die beiden Neuen, über die in der Öffentlichkeit sehr wenig bekannt ist?

Jacobi will im Rechtsausschuss mitarbeiten

Fabian Jacobi, der in Finkenberg 26,4 Prozent der Erststimmen auf sich vereinte, ist Jurist. Der in Essen aufgewachsene ledige Rechtsanwalt hat seine Kanzlei mit dem Schwerpunkt Insolvenzrecht in der Altstadt. Sein Ziel: Im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages mitzuarbeiten. Einem klaren Flügel der AfD ist der bislang unbekannte 44-Jährige nicht zuzuordnen. Als ultrarechts gilt er indes nicht. Jacobi, der wie sein Kollege am Tag nach der Wahl nicht persönlich zu sprechen war, wird von Ingo Schumacher, dem Sprecher des AfD-Bezirks Köln, als „unser Satzungspapst“ bezeichnet.

Jacobi, der im auch Vorstand der nordrhein-westfälischen AfD sitzt, habe sich mit ganz viel juristischer Akribie in Wahlordnungen eingearbeitet und sei an der Programmentwicklung der Bundespartei beteiligt gewesen. Die AfD sei erforderlich, „um eine Funktionsstörung der Demokratie zu beheben“, hatte Jacobi vor der Bundestagswahl kundgetan. Als größtes Problem in seinem Wahlkreis bezeichnete er gegenüber dem „Express“, „dass 2017 der Dom mit Lkw-Sperren gesichert werden muss“.

Haug will sich für „Recht und Ordnung“ durchsetzen

Der ebenfalls 44-jährige Joachim Haug ist ehemaliges CDU-Mitglied und dürfte nach eigener Aussage längst nicht mehr in der AfD sein. Bereits 2013 sagte der als gemäßigt geltende Jurist dem Deutschlandfunk, wenn die AfD sich für Rechtspopulisten öffne, trete er aus. Doch er blieb – Björn Höckes nationalistischer Ausfälle und Alexander Gaulands fremdenfeindlicher Spitzen gegen die SPD-Politikerin Aydan Özoguz zum Trotz. Haug bezeichnet als wichtigstes Ziel: künftig „Recht und Ordnung“ durchzuzusetzen.

Haug, der ebenfalls ledig ist und eine Rechtsanwaltspraxis in der Nähe des Chlodwigplatzes hat, ist stellvertretender Sprecher des NRW-Landesverbandes der AfD und bundesweit auf AfD-Veranstaltungen ein gefragter Mann.

Er werde wegen seiner ausgleichenden und zugleich gradlinigen Art von etlichen Landesverbänden immer wieder als Versammlungsleiter gebucht, sagt AfD-Sprecher Schumacher: „Der kriegt auch in hitzigen Situationen Ruhe in den Laden“....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta