Bundestagswahl: Diese Politiker wollen neue Abgeordnete werden

Damit bezog sich die Sprecherin auf die jüngsten Ereignisse in Sachsen-Anhalt.

Wie der nächste Bundestag im Detail zusammengesetzt sein wird, weiß man erst nach der Wahl. Zugleich aber folgen die Parteien bei der Verteilung ihrer Sitze, die ihnen gemäß Wahlergebnis im jeweiligen Bundesland zustehen, ihren zuvor von Parteitagen zusammengestellten Landeslisten – sodass einiges über den kommenden Bundestag schon jetzt bekannt ist. Zum Beispiel wird er, bestätigen sich die aktuellen Meinungsumfragen, je nach der Zahl der Direktmandate zwischen 639 und 670 Abgeordnete umfassen, wie das Online-Angebot mandatsrechner.de aufschlüsselt.

Die mit Abstand größte Fraktion wird erneut die Union stellen – allerdings wird sie sich bei einem Einzug von FDP und AfD deutlich von derzeit 309 auf dann rund 270 Köpfe verkleinern. Der SPD kämen laut aktuellen Umfragen etwa 150 Sitze zu (derzeit 193), den Grünen und Linken je etwa 54 statt bisher 63 und 64. Mit ebenso vielen Sitzen könnten FDP und AfD bei einem Einzug rechnen, den die Umfragen derzeit ankündigen.

Die meisten Neulinge aus Nordrhein-Westfalen 

Ein knappes Drittel der künftigen Abgeordneten wird neu einziehen, wobei viele davon bereits über Parlamentserfahrung besitzen: aus Landtagen, Europaparlament oder aus früheren Legislaturperioden im Bundestag – was besonders für die FDP zutrifft, die 2013 aus dem Reichstag flog und nun wieder viele ihrer früheren MdB (Mitglieder des Bundestages) auf aussichtsreichen Listenplätzen führt.

Die meisten Neulinge werden aus Nordrhein-Westfalen kommen, was daran liegt, dass das bevölkerungsreichste Bundesland die größte Landesgruppe im Bundestag stellt. Gemessen an der prognostizierten Kopfzahl wird dagegen Bremen die meisten Neulinge und Mecklenburg-Vorpommern die wenigsten.

Absehbar ist zudem, dass im nächsten Bundestag so wenige Frauen sitzen werden wie zuletzt vor 15 Jahren: weniger als ein Drittel. Nach einem Rekordfrauenanteil von 37,1 Prozent im scheidenden Bundestag wird künftig mit 31 Prozent gerechnet. Grund ist der geringe Anteil bei CDU/CSU und FDP von je knapp über 20 Prozent und bei der AfD von rund 10 Prozent Frauen.

Die Bundestags-Neulinge im Überblick:

Der Rechtsaußen - Wilhelm von Gottberg (AfD)

Wenn die AfD es bei ihrem zweiten Versuch schafft, nach 13 Landesparlamenten auch in den Bundestag einzuziehen, findet sich dort fast jeder wieder, der in der Partei Rang und Namen hat: Bundeschefin Frauke Petry, Markus Pretzell, Beatrix von Storch, Leif-Erik Holm, Alexander Gauland und und und.

Es gibt aber einen AfD-Politiker, der im Bundestag schon etwas bewirkt, ehe er einzog: Wilhelm von Gottberg, einst CDU und langjähriger Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen, nun Listenplatz 4 in Niedersachsen.

Weil er mit 77 im Herbst der älteste Abgeordnete sein dürfte, wäre er nach bisheriger Regelung Alterspräsident geworden und hätte die Eröffnungsrede zu halten. Ihm werden relativierende Äußerungen über den Holocaust vorgeworfen – teilweise Schlimmeres. Schon als CDU-Mitglied pflegte er Kontakte zum rechten Rand. Den Holocaust hat er einst als „wirksames Instrument zur Kriminalisierung der Deutschen“ bezeichnet. In seiner Bewerbungsrede beim AfD-Parteitag forderte er nun, den „Kult mit der Schuld zu beenden“. Um derlei nicht in einer Legislatur-Eröffnungsrede wiederzufinden, änderte der Noch-Bundestag die Kriterien für den Alterspräsidenten: Wie in Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt fällt die Rolle nun dem Dienstältesten zu, im Herbst dann wohl Wolfgang Schäuble. 

Die neue Ströbele - Canan Bayram (Grüne)

Die Grünen werden im nächsten Bundestag schrumpfen, als ohnehin kleinste Fraktion bedeutete das für sie, dass die wenigen Listenplätze intern noch heftiger umkämpft waren und dadurch weniger als zehn neue Gesichter unter den künftigen Abgeordneten sein werden. Eins davon dürfte gleich mit Sonderrolle einziehen: Canan Bayram aus Berlin-Kreuzberg wird wohl die einzige Grüne mit Direktmandat sein – dem von Hans-Christian Ströbele, der aus Altersgründen aufhört und dessen Nachfolge sie sich erkämpfte. Bayram...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung