Bundestagswahl: Diese Abgeordneten treten nicht mehr an

Manche gehen nach Jahrzehnten, andere wollen beruflich neu anfangen. Ein Überblick.

Es ist eine ganz eigene Fraktion: Die Gruppe der Bundestagsabgeordneten, die sich entschieden haben, bei der Wahl am 24. September nicht erneut anzutreten. Manche von ihnen sind über Jahrzehnte zwischen ihrem Heimatort und dem Regierungssitz gependelt. Einige gehen enttäuscht, manche haben nicht die Karriere gemacht, die sie sich erhofften, andere stiegen schneller nach oben als sie dachten. Manche gehen nach Jahrzehnten, andere wollen beruflich neu anfangen. Ein Überblick über einige der Ausscheider:

Die Ministerin im Hintergrund - Brigitte Zypries (SPD)

Zum Abschluss hat sie noch mal einen richtig schweren Brocken auf dem Tisch: Im Diesel-Skandal muss sich wegen der Zuständigkeit fürs Kartellrecht auch das Wirtschaftsministerium fragen lassen, was es gewusst und getan hat. Die Leitung dort hat Brigitte Zypries allerdings erst vor einem halben Jahr übernommen – eine Art Auftragsposten nach dem Wechsel von Sigmar Gabriel ins Auswärtige Amt.

Mitregiert hat die heute 63-Jährige davor eigentlich immer, seit sie mit Kanzler Gerhard Schröder als Teil von dessen Niedersachsen-Combo, die auch den heutigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier umfasste, in die Bundespolitik kam. Sie war Staatssekretärin und zwei Wahlperioden lang Justizministerin – und doch eine der unbekannteren Kabinettsmitglieder.

Im Bundestag seit 2005 – drei Wahlperioden

Die Ruhige - Gerda Hasselfeldt (CSU)

Die Schuhe und die Kleider sind das Knallige an Hasselfeldt. Die 67-Jährige war nie eine laute Politikerin, eine für die CSU ungewöhnliche sehr wohl: Nach Geburt ihrer Kinder in den 70er-Jahren war sie es, die arbeiten ging. Ihr Mann reduzierte seine Arbeitszeit. Im Bundestag übernahm sie – auch das damals keine weibliche Domäne – die Finanzpolitik. Kurzzeitig war sie Bau- und dann Gesundheitsministerin.

Als sich 2011 die Jungmänner-Riege der CSU einen Kampf um den Vorsitz der CSU-Landesgruppe im Bundestag lieferte, übernahm stattdessen Hasselfeldt. Vielen CSU-Männern polterte sie zu wenig – sie blieb trotzdem. Und widersprach auch mal Parteichef Horst Seehofer.

Im Bundestag seit 1987 – acht Wahlperioden

Der urgrüne Fundi - Hans-Christian Ströbele (Grüne)

„Ströbele wählen heißt Fischer quälen“ schrieb der Jurist 2002 auf seine Wahlplakate – Antipode war der...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung