Bundestagswahl: Die AfD-Hochburgen in Berlin sind Kieze der Gegensätze

AfD-Wähler Paul Kluge

Der junge Mann – Bürstenschnitt, Arbeitsbekleidung, Gärtner von Beruf – hat nichts gegen Ausländer. Das betont er ausdrücklich. "Viele sind nett, man kann mit ihnen auch befreundet sein", sagt er. Am Sonntag hat er dennoch AfD gewählt. "Damit sich was ändert, vor allem in der Flüchtlingspolitik."

Wir stehen an der Landsberger Allee. Die Plattenbauten hier sind saniert, viele bunt angestrichen. Es ist der Kiez rund um die Pusteblume-Grundschule, die sich an der Hellersdorfer Kastanienallee 61 befindet und am Sonntag das Wahllokal mit der Nummer 313 war. Dort hat die AfD ihr zweitbestes Berlin-Ergebnis geholt. 34,2 Prozent der Wähler haben sich dort für sie entschieden. Noch mehr waren es nur in der Pankower Stadtrandsiedlung Blankenfelde, zwischen Birnbaumring und Gurkensteig. Dort haben 37 Prozent der Wähler die AfD angekreuzt.

Die Flüchtlinge bekämen alles umsonst, heißt es

Der 27-Jährige, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, ist in Hellersdorf groß geworden. Jetzt geht sein siebenjähriger Sohn hier zur Schule. Es könne einfach nicht sein, dass immer mehr Ausländer nach Deutschland kämen, sagt er. "Wir gehen arbeiten und müssen zusehen, wie wir mit dem Rücken an die Wand kommen. Die Flüchtlinge bekommen alles umsonst." Das klingt bitter und sehr absolut. Die AfD sei "vielleicht ein bisschen rechts", so der Gärtner. Aber Recht und Gesetz müssten doch für alle gelten. Wenn er was stehlen würde, würde er bestraft werden. Den Flüchtlingen würde das nachgesehen, sagt er...

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