Bundesregierung warnt vor "Alarmismus" im Umgang mit neuartigem Coronavirus

Zum Schutz vor dem Virus tragen Menschen in China Schutzmasken

Die Bundesregierung verfolgt die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in China "aufmerksam", warnt jedoch vor "Alarmismus". Das Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland sei "sehr gering", sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. Es gebe keinen Grund, "in Alarmismus zu verfallen". Auch das Auswärtige Amt sieht vorerst von einer Reisewarnung für China ab.

Das Virus sei "weniger gefährlich" als der Sars-Erreger, erklärte der Sprecher von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Ihm zufolge ist Deutschland "gut vorbereitet". Nach den Erfahrungen mit Epidemien wie Sars oder Ebola sei auch die internationale Abstimmung gut. Das Sars-Virus war Anfang der 2000er Jahre ausgebrochen, in China und Hongkong kamen damals 650 Menschen ums Leben.

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin erklärte, dass die Reisehinweise für China derzeit laufend aktualisiert würden. Derzeit sehe das Ministerium keinen Grund für eine Reisewarnung. Deutsche seien im Moment nicht von dem Virus betroffen.

Die britischen Behörden kündigten unterdessen an, die Passagiere von Direktflügen aus der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan, in der die meisten Infizierten leben, stärker zu überwachen. Passagiere, die sich "unwohl" fühlen, sollen nach Angaben des Gesundheitsministerium von Experten "beraten und versorgt" werden.

Italien kündigte an, am Flughafen Rom-Fiumicino die Temperatur von Passagieren aus Wuhan zu messen. Mehrere Länder haben bereits systematische Fieber-Kontrollen für Passagiere aus China eingeführt, darunter Russland und Thailand.

Am Mittwoch beriet die Weltgesundheitsorganisation WHO bei einer Krisensitzung in Genf über die mögliche Ausrufung eines internationalen Gesundheitsnotstands wegen des neuartigen Coronavirus'. Nach Angaben der chinesischen Behörden sind bislang 17 Menschen an der Erkrankung gestorben.