Bundesregierung verurteilt Anschläge auf Moscheen in Afghanistan

Zu dem Anschlag auf eine schiitische Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul hat sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Es gab mindestens 56 Tote

Die Bundesregierung hat die Anschläge auf zwei Moscheen in Afghanistan "auf das Schärfste" verurteilt. Die Anschläge in der Hauptstadt Kabul und in der zentralen Provinz Ghor hätten sich gegen Menschen gerichtet, "die in der Moschee ihre Religion ausüben wollten", erklärte am Samstag ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Diese "sinnlose Gewalt" sei "durch nichts zu rechtfertigen".

Der Ministeriumssprecher versicherte, dass Deutschland "weiter entschlossen an der Seite der Menschen in Afghanistan" stehe. "Zusammen mit der internationalen Gemeinschaft werden wir Afghanistan weiter beim Wiederaufbau und der Stabilisierung des Landes unterstützen", erklärte er.

Während des Freitagsgebets hatte sich in einer schiitischen Moschee in Kabul ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Mindestens 39 Menschen starben und 45 weitere wurden verletzt. Zu der Tat bekannte sich die sunnitische Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Bei einem weiteren Attentat auf eine sunnitische Moschee im Zentrum des Landes wurden am Freitag mindestens 20 Menschen getötet. Die Tat im Bezirk Dolaina der Provinz Ghor wurde ebenfalls von einem Selbstmordattentäter verübt. Unter den Todesopfern war ein Polizeikommandeur, dem der Anschlag mutmaßlich galt.

Die Bundeswehr ist zur Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte weiterhin am Hindukusch stationiert. Das Bundestagsmandat umfasst bis zu 980 Soldaten.