Bundesregierung sucht nach Berichten zu Cyberattacke undichte Stelle

Nach dem Bekanntwerden der Cyberattacke auf das Datennetz der Bundesregierung prüft das Innenministerium, wie der Vorfall an die Medien gelangen konnte. Ein Ministeriumssprecher sagte am Freitag in Berlin, man sei "sehr darüber verärgert", dass es zu einer Berichterstattung gekommen sei. Intern werde der Frage nachgegangen, "wo die Stelle in der Bundesregierung liegt, die zu diesem Vertrauensbruch beigetragen hat". Auch eine Strafanzeige sei möglich.

Der Angriff auf den Informationsverbund Berlin-Bonn (IVBB), den besonders geschützten internen Kommunikationskanal der Bundesbehörden, war am Mittwoch öffentlich geworden. Medienberichten zufolge könnten russische Hacker hinter der Attacke stehen. Die deutschen Sicherheitsbehörden beobachteten die Angreifer in den vergangenen Wochen, um Erkenntnisse über ihr Vorgehen und ihre Ziele zu gewinnen. Unmittelbar nach Beginn der Berichterstattung sei dann "die akute Gefahr durch entsprechende Gegenmaßnahmen abgewendet" worden, sagte der Ministeriumssprecher.

Zu Einzelheiten der Cyberattacke äußerte er sich mit Verweis auf Geheimhaltungsvorschriften nicht. Auch das Ausmaß des Schadens wollte er nicht beschreiben. Der Sprecher hob allerdings hervor, dass über den IVBB grundsätzlich keine Dokumente mit hoher Geheimhaltungsstufe verschickt werden dürften.