Bundesregierung bereitet Kurzarbeitergeld für Autoindustrie vor

Birgit Jennen

(Bloomberg) -- Die Bundesregierung plant die Einführung von Kurzarbeitergeld nach dem Vorbild der Finanzkrise 2008, um einem drohenden Arbeitsplatzbbau in der Autoindustrie entgegenzuwirken. Dazu treffen sich am heutigen Mittwoch Gewerkschafts- und Unternehmensvertreter mit den zuständigen Ministern im Kanzleramt.

Durch die Einführung eines Kurzarbeitgeldes sollen Entlassungen in bestimmten Regionen oder Sektoren verhindert werden, erklärte eine Sprecherin von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. “Wir brauchen Flexibilität, um wie in der Finanzkrise 2008 auf wirtschaftliche Veränderungen reagieren zu können”, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, im Vorfeld des Treffens in Berlin.

Um Autohersteller und Zulieferer angesichts der wirtschaftlichen Abkühlung und beim Wandel zur E-Mobilität zu entlasten, sollen die Sozialversicherungsbeiträge bei Kurzarbeit aus der Staatskasse gezahlt werden. Nach dem Vorschlag des Ministers soll die Subvention 24 Moante gezahlt werden, wenn der Arbeitnehmer seine Arbeitszeit verkürzt, um an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Eine Einigung wird beim Treffen am Mittwoch nicht erwartet, da sich die Koalitionäre noch nicht einig sind, wann die Regelung gelten soll.

Angesichts der konjunkturellen Schwäche erwartet die Bundesagentur für Arbeit, dass die Zahl der Kurzarbeiter von 85.000 im Oktober auf 113.500 im Januar steigen wird. Opel, die deutsche Tochtergesellschaft der PSA Group, kündigte am Dienstag an, in den kommenden Jahren bis zu 4.100 Stellen abzubauen.

Kontakt Reporter: Birgit Jennen in Berlin bjennen1@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Ben Sills bsills@bloomberg.net, Rainer Buergin

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