Bundespräsident Steinmeier: Obdachlose brauchen Wohnangebote

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BERLIN (dpa-AFX) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat es als dringend notwendig bezeichnet, Obdachlosen Wohnangebote zu machen. "In einer Stadt wie Berlin, das haben wir auch gerade von einigen der Betroffenen gehört, sind die Steigerungsraten der Mieten in den letzten Jahren natürlich einer der Gründe dafür, warum sie ihre Wohnung verloren haben", sagte Steinmeier am Freitag nach einem Besuch in einem Wohn- und Beratungshaus der Diakonie für Frauen in Not in Berlin-Mitte. Oft seien es gerade alleinstehende Frauen mit Kindern, die zu marktüblichen Mietpreisen kaum irgendwo unterkommen könnten. Der Weg in die Obdachlosigkeit sei dann sehr viel kürzer, als die meisten sich das vorstellten, sagte das Staatsoberhaupt. "Hier Wohnangebote zu schaffen, das ist das Dringlichste."

Wohnangebote seien oft der Ausgangspunkt. "Betreuung und Beratung zur Rückkehr in einen Beruf sind nicht minder wichtig", sagte Steinmeier. Dadurch würden Wege aus der Obdachlosigkeit wieder vorstellbar. Zusammen mit seiner Frau Elke Büdenbender informierte sich Steinmeier über das im Frühjahr 2019 von der Koepjohann'schen Stiftung mit dem Diakonischen Werk Berlin realisierte Projekt.

Das Wohn- und Beratungshaus bietet die Möglichkeit, Frauen auf ihrem Weg aus der Wohnungslosigkeit unterzubringen, zu betreuen und zu begleiten, bis sie wieder in einer eigenen Wohnung leben können. Er habe von ermutigenden Beispielen erfahren, für die er den vielen ehrenamtlichen Helfern herzlich danke, sagte Steinmeier. "Nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern an 365 Tagen im Jahr verdienen die Schwächsten in unserer Gesellschaft unsere Aufmerksamkeit und Zuwendung", sagte Steinmeier. "Das ist Mitmenschlichkeit, die unsere Gesellschaft gerade auch in diesen Tagen so dringend braucht."

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