Bundesnetzagentur verbietet Kinder-Smartwatches mit Abhörfunktion

Sascha Koesch


Erinnert ihr euch noch an die smarte Kinderpuppe "Cayla"? Die Bundesnetzagentur hatte damals aufgerufen, dass der Betrieb dieser Puppe illegal sei und verlangte von Besitzern einen Vernichtungsnachweis. Gleiches gilt jetzt auch für Kinder-Smartwatches, die eine akustische Überwachungsfunktion haben.

Hintergrund: Manche solcher GPS-Uhren zum Tracken eurer liebsten Zweibeiner haben die Möglichkeit, ohne dass es angezeigt wird, eine Abhörfunktion anzuschalten. D.h. es wird ein Anruf zur Smartwatch getätigt, der unbemerkt der Umgebung des Kindes lauscht. Das nennt sich dann häufig "Babyphone" oder "Monitorfunktion", ist in Deutschland allerdings verboten.

Noch pikanter wird es dadurch, dass Eltern diese Funktion wohl auch gezielt zur Überwachung von - vermutlich unliebsamen - Lehrern einsetzen.

"Über eine App können Eltern solche Kinderuhren nutzen, um unbemerkt die Umgebung des Kindes abzuhören. Sie sind als unerlaubte Sendeanlage anzusehen", so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. "Nach unseren Ermittlungen werden die Uhren von Eltern zum Beispiel auch zum Abhören von Lehrern im Unterricht genutzt."


Schulen sollen also besonders darauf achten, dass Kinder keine solche Uhren tragen und wer immer eine gekauft hat, wird aufgefordert sie zu vernichten und einen Vernichtungsnachweis bereitzuhalten. Der Verkauf ist nun obendrein verboten.

PS: Ob eine Smartwatch für Kinder eine solche Funktion hat oder nicht, ist oft nicht leicht festzustellen und bei dem Überangebot an solchen Uhren oft nur durch genaues Durchlesen des Kleingedruckten zu erfahren. Viele Vertriebe solcher Uhren scheinen von dem Verbot noch nichts gehört zu haben, denn es gibt Berge dieser Uhren auch in Deutschland nach wie vor zu kaufen. Bundesnetzagentur