Bundesliga: Workshop zum Videobeweis: "Wir sitzen alle in einem Boot"

Der zu Saisonbeginn probeweise eingeführte Videobeweis soll in der Bundesliga künftig nicht mehr zum Zankapfel werden. "Wir sitzen alle in einem Boot und wollen nur das Beste für dem Fußball. Das ist heute deutlich geworden, und von daher war es ein sehr wichtiger und konstruktiver Austausch", sagte Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler dem SID nach einem Workshop am Montag in Köln.

Der zu Saisonbeginn probeweise eingeführte Videobeweis soll in der Bundesliga künftig nicht mehr zum Zankapfel werden. "Wir sitzen alle in einem Boot und wollen nur das Beste für dem Fußball. Das ist heute deutlich geworden, und von daher war es ein sehr wichtiger und konstruktiver Austausch", sagte Bayer Leverkusens Sportchef Rudi Völler dem SID nach einem Workshop am Montag in Köln.

Nur wenige hundert Meter entfernt vom Video-Assist-Center in Deutz am Rhein, wo schon die eine oder andere diskutable Entscheidung durch die "TV-Schiris" getroffen wurde, hatten der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Klubvertreter zu einem Meinungsaustausch eingeladen, der unabhängig von der aktuellen Diskussion über den Videoassistenten geplant gewesen sei.

"Das waren sehr gute und von allen Seiten offen geführte Gespräche, bei denen alle ihre Standpunkte deutlich gemacht haben. Wichtig war, dass alle für die Probleme des anderen Verständnis und die Bereitschaft gezeigt haben, in Sachen Videobeweis und Videoassistent an einem Strang zu ziehen", sagte der bei der DFL mit dem Spielbetrieb beauftragte Direktor Ansgar Schwenken und beteuerte nach der Runde mit den Vertretern von 15 Bundesligaklubs: "Wir sind auf einem guten Weg."

Das bekräftigte auch Bundesliga-Referee Patrick Ittrich: "Es ist gut, die zwangsläufig verschiedenen Standpunkte und Sichtweisen mal in Ruhe zu diskutieren. In der Hektik kurz nach einem Spiel ist so etwas ja naturgemäß nicht möglich. Von daher war das ein sehr positives Treffen, das regelmäßig stattfinden sollte."

Videobeweis: Harmonische Diskussionen

So sahen es auch die Manager Christian Heidel (Schalke 04) und Stefan Reuter (FC Augsburg). "Ich habe noch nie so sachlich und harmonisch über dieses Thema diskutiert. Wir haben viel aus der Sicht der Schiedsrichter erfahren und die Referees von unseren Bedenken und Zweifeln. Das war ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", sagte Heidel dem SID. Reuter betonte: "Diese Gespräche waren überfällig. Umso positiver ist es, dass wir grundsätzlich im Sinne des Fußballs alle nur die bestmögliche Lösung wollen."

Völler räumte ein, dass man als Vereinsvertreter nicht bei allen Punkten derselben Meinung wie die Unparteiischen oder die Verbandsvertreter sei und es auch künftig bei kniffligen Situationen Geprächsstoff geben werde. Aber trotz aller Kontroversen sei der Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft mit dem Videobeweis und den Videoassistenten deutlich herausgearbeitet worden, fügte er an.

Auch DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich war von dem offenen Dialog bei Kaffee und Kuchen im Hotel Radisson Blu angetan und erhofft sich nach dieser Elefantenrunde auf beiden Seiten mehr Verständnis für den anderen. Grundsätzlich stellte er aber noch einmal nach 14 Spieltagen klar: "Die Spiele haben gezeigt, dass der Videoassistent ein absoluter Mehrwert für die Bundesliga ist, wenn er korrekt und nur bei klaren Fehlentscheidungen eingesetzt wird. So wird der Fußball gerechter."