Bundesliga : Wolfsburg: Wer sind William, Osimhen und Rexhbecaj?

Auch wenn nur eines der letzten 13 Bundesligaspiele verloren ging, kommt der VfL Wolfsburg unter Trainer Martin Schmidt tabellarisch nicht voran. Das hat vielschichtige Gründe, einer davon ist die häufige Veränderung der Formationen. So sind derzeit drei Spieler gefragt, die es zuvor nicht waren: William , Victor Osimhen und Elvis Rexhbecaj . Doch wer ist eigentlich dieses Trio?

Auch wenn nur eines der letzten 13 Bundesligaspiele verloren ging, kommt der VfL Wolfsburg unter Trainer Martin Schmidt tabellarisch nicht voran. Das hat vielschichtige Gründe, einer davon ist die häufige Veränderung der Formationen. So sind derzeit drei Spieler gefragt, die es zuvor nicht waren: William, Victor Osimhen und Elvis Rexhbecaj. Doch wer ist eigentlich dieses Trio?

Einmal mehr gab Wolfsburg im Sommer viel Geld für Neuzugänge aus, der nächste Umbruch stand an. John-Anthony Brooks, Ignacio Camacho und Divock Origi sorgten für viel Hoffnung beim VW-Klub. Eine Saison wie im Vorjahr, als der Abstieg erst in der Relegation abgewendet werden konnte, sollte unter allen Umständen vermieden werden.

Das gelang nur in Teilen, früh musste Coach Andries Jonker gehen. Unter Martin Schmidt hat der VfL zwar wieder Stabilität erreicht, zu mehr als zu einem Platz im hinteren Tabellenmittelfeld hat die Serie von nur einer Niederlage aus 13 Bundesligaspielen aber noch nicht gereicht.

Dafür sind vielschichtige Gründe verantwortlich, einer davon ist die häufig auch verletzungsbedingte Veränderung der Formationen. Und so sind derzeit drei Spieler gefragt, die man eigentlich nicht auf dem Schirm hatte: William, Victor Osimhen und Elvis Rexhbecaj.

Wolfsburgs William-Transfer ging fast unter

Gegen den HSV und zuletzt im Heimspiel gegen RB Leipzig verteidigte der Brasilianer William auf links. Die Position des Linksverteidigers war beim VfL seit der Meistersaison 2008/09 prominent besetzt. Spieler wie Ex-Kapitän Marcel Schäfer oder der im Sommer nach Mailand abgewanderte Ricardo Rodriguez standen in Wolfsburg über Jahre nie zur Disposition.

Auf einen prominenten Rodriguez-Ersatz verzichtete der VfL im Sommer. Stattdessen bekleidete in Neuzugang Marcel Tisserand ein gelernter Innenverteidiger die Position. Als Ersatz stand Talent Gian-Luca Itter bereit. Für William war daher zunächst kein Platz.

Schon der Wechsel des 22-Jährigen ging in der Folge der Neuerwerbungen von John-Anthony Brooks oder Divock Origi fast unter. Für fünf Millionen Euro eisten die Wölfe den gelernten Rechtsverteidiger von Internacional Porto Alegre los.

Schmidt über William: "Riesige Fortschritte"

William, an mancher Stelle aufgrund der ungewissen Integration als Wundertüte tituliert, werde viel Eingewöhnungszeit brauchen. Dessen war man sich bewusst. Nun aber musste er erstmals gegen den HSV hinten links aushelfen, da Tisserand und Itter krank waren.

Schmidt warf William also auch ein wenig ins kalte Wasser, doch der Brasilianer zahlte das Vertrauen mit einer beherzten Leistung zurück und durfte gegen RB Leipzig erneut von Beginn auflaufen.

Gegen die Roten Bullen belebte er nicht nur das Offensivspiel, sondern hatte defensiv die meisten klärenden Aktionen (sieben) und abgefangenen Bälle vorzuweisen (fünf). "Er macht riesige Fortschritte. Er ist läuferisch einer der stärksten, er ist kämpferisch gut, ein kompletter Spieler", so Schmidts Zwischenfazit.

Victor Osimhen nun regelmäßiger im Kader

Für den Coach war die Hereinnahme von William in dem Sinne nichts Neues. Schon häufiger musste er zuletzt seinen Kader mit jüngeren Kickern auffüllen. Einer davon ist Victor Osimhen, der bereits im Januar 2016 für 3,5 Millionen Euro verpflichtet wurde. "Wir wollen ihn behutsam aufbauen und müssen von Woche zu Woche schauen", sagte Ex-Trainer Valerien Ismael damals.

Das gilt gewissermaßen auch heute noch, hängt aber nun stärker mit der großen Konkurrenz im Angriff zusammen. Mario Gomez ist gesetzt, Origi folgt dahinter und den bislang glücklosen 17-Millionen-Euro-Transfer Landry Dimata gibt es auch noch.

Den Durchbruch schaffte der Nigerianer bei der U17-WM 2015. Satte zehn Treffer steuerte er damals zum Gewinn der Nachwuchs-WM-Trophäe bei. Der nächste große Karriereschritt gelang ihm seither noch nicht.

Osimhen bleibt bisher nur der Platz auf der Bank, immerhin steht er regelmäßig im Kader. Vier Einwechslungen bekam er von Schmidt bislang geschenkt, das bedeutete 13 Minütchen Bundesligaluft. "Ich fühle mich gut, spüre das Vertrauen von Martin Schmidt", sagt Osimhen.

Elvis Rexhbecaj: Lob von Martin Schmidt

Der dritte Frischling im Bunde ist Deutsch-Albaner Elvis Rexhbecaj. Der 20-Jährige mit dem ausdrucksstarken Namen (Aussprache: "Rejbecaj", j wie in Xhaka) erzielte in der Regionalliga Nord sieben Treffer in 17 Einsätzen. Das war ein triftiger Grund für Schmidt, den defensiven Mittelfeldspieler gegen Leipzig zum ersten Mal in den Kader der Profis zu stecken. 15-Millionen-Euro-Neuzugang Ignacio Camacho fehlt weiter verletzt.

Von der ersten Begegnung an habe Rexhbecaj Schmidt positiv überrascht. "Er ist ein unheimlich laufstarker, aggressiver und spielstarker Spieler. Er ist recht komplett aufgestellt und kann mehrere Positionen spielen", lobt Schmidt.

Bereits im Sommer unterschrieb Rexhbecaj seinen ersten Profivertrag bis 2020 und betonte bei der Unterschrift artig: "Der VfL Wolfsburg ist mein Verein." Er sei überzeugt davon, in Wolfsburg am besten aufgehoben zu sein. Wie Rexhbecaj in jedem Training die arrivierten Kräfte unter Druck setzt, imponiert Schmidt. "Er ist immer näher dran", unterstreicht der Coach im kicker, "in nächster Zukunft ist er sicher eine Option".

Wohin das alles für die drei Jungs führen wird, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Klar ist nur, dass Schmidt schon in Mainz ein gutes Händchen im Umgang mit jungen Spielern hatte - und nach einem erneuten Abrutschen auf den Relegationsplatz sieht es unter dem Schweizer ja auch nicht aus.

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