Bundesliga: Kohfeldt mindestens bis zur Winterpause Werder-Cheftrainer

In höchster Abstiegsgefahr leistet sich Werder Bremen auch noch ein Trainer-Experiment. Der noch sieglose Tabellenvorletzte beförderte seinen bisherigen Interimstrainer Florian Kohfeldt nach tagelanger vergeblicher Nachfolgersuche für den entlassenen Alexander Nouri zum neuen Chefcoach - zunächst aber nur auf Zeit.

In höchster Abstiegsgefahr leistet sich Werder Bremen auch noch ein Trainer-Experiment. Der noch sieglose Tabellenvorletzte beförderte seinen bisherigen Interimstrainer Florian Kohfeldt nach tagelanger vergeblicher Nachfolgersuche für den entlassenen Alexander Nouri zum neuen Chefcoach - zunächst aber nur auf Zeit.

"Florian soll seine Arbeit mindestens bis zur Winterpause fortsetzen", bestätigte Bremens Sport-Geschäftsführer Frank Baumann am Freitag die Modalitäten der Personalentscheidung. Aus ihren bisherigen Misserfolgen bei den Bemühungen um einen erfahrenen Fußball-Lehrer für die heikle "Mission Klassenerhalt" machte die Werder-Führung gleichwohl kein Hehl. "Kein verfügbarer Kandidat hat uns in den Gesprächen mehr überzeugt als er", sagte Baumann zur Begründung des Beschlusses pro Kohfeldt.

Zuletzt hatte der Österreicher Adi Hütter vom Schweizer Tabellenführer Young Boys Bern einen Korb gegeben. Außerdem wollte Baumann noch am Donnerstag eine weitere Zusammenarbeit mit Kohfeldt, der zuvor als Coach der Bremer U23 in der 3. Liga tätig war, über das nächsten Punktspiel gegen Aufsteiger Hannover 96 (19. November) hinaus noch nicht ins Auge fassen.

Kohfeldt: Vom Notnagel zum Hoffnungsträger

Innerhalb von weiteren 24 Stunden jedoch avancierte Kohfeldt, für den das 1:2 im ersten Spiel unter seiner Verantwortung am vergangenen Sonntag bei Eintracht Frankfurt keine Empfehlung war, vom Notnagel zum Hoffnungsträger. "Florian soll die Mannschaft aus dem Tabellenkeller führen. Wir sind davon überzeugt, dass er mit der Unterstützung der Mannschaft, der Fans und des ganzen Umfelds diese Wende einleiten kann", sagte Baumann: "Jetzt bekommt er die Chance, sich mit zählbaren Ergebnissen den Rückenwind zu holen, den es für eine längere Trainertätigkeit in der Bundesliga braucht."

Kohfeldt ist Bremens bereits dritter Trainer nacheinander mit dem vielzitierten "Stallgeruch". Schon seine Vorgänger Viktor Skripnik und Nouri waren schon vor ihren Engagements als "Chef" in Werders Trainer-Stab tätig.

Baumann: "Kohfeldt hat diese Chance verdient"

Der neue "Chef auf Bewährung" reagierte natürlich erfreut auf den Vertrauensvorschuss und will die Gunst der Stunde nutzen. "Es ist trotz der schwierigen Situation eine große Chance für mich und für jeden Spieler", sagte Kohfeldt: Werder habe "eine Mannschaft, die besser ist, als es die Tabelle zeigt, und das muss jeder von uns auch auf dem Platz zeigen. Das ist das Ziel. Ich werde die Arbeit mit viel Energie angehen".

Der Schwung des Sport- und Gesundheitswissenschaftlers war offenbar auch ein Faktor bei der Entscheidung zur wenigstens vorübergehenden Beendigung der Hängepartie an der Weser. Kohfeldt habe "diese Chance verdient, weil er in den vergangenen Tagen mit seiner Arbeit alle positiven Einschätzungen bestätigt hat", sagte Baumann. Nach eigenen Angaben will Werder dem früheren Torwart "die Zeit geben, seine Vorstellungen auch im Detail mit der Mannschaft umzusetzen".

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